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14. März 2017Backwood Horror Natur tötet
-Die Menschen haben es jetzt in der Beherrschung der Naturkräfte so weit gebracht, dass sie es mit deren Hilfe jetzt leicht haben, einander bis auf den letzten Mann auszurotten. Sie wissen das, daher ein gut Stück ihrer gegenwärtigen Unruhe, ihres...
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Jetzt Lernplan erstellen-Die Menschen haben es jetzt in der Beherrschung der Naturkräfte so weit gebracht, dass sie es mit deren Hilfe jetzt leicht haben, einander bis auf den letzten Mann auszurotten. Sie wissen das, daher ein gut Stück ihrer gegenwärtigen Unruhe, ihres Unglücks, ihrer Angststimmung.- (Sigmund Freud)
Gegenstand/Lernziel: Backwood Horror-Filme sind ein populäres Subgenre des Horrorfilms. Der -Horrorfilm- ist, wie Marcus Stiglegger betont, ein -Genre aus dem Bereich des phantastischen Films, das durch die Stimulation von Urängsten im Zuschauer Angstgefühle erzeugen will.-
Angst ist ein Erkenntnismedium. Nach Martin Heidegger (Sein und Zeit) ist die Angst eine Befindlichkeit, d.h. das Sichbefinden des Menschen, die in ihm herrschende Gestimmtheit, aus der sich ergibt, wie und was er im gegebenen Augenblick fühlen, denken und wollen kann. In der Angst wird das Dasein, Heideggers Begriff für Mensch(sein), durch sein eigenes Sein vor sich selbst gebracht wird. Die Angst vereinzelt das Dasein und erschließt es so als Möglichsein, als Freisein für die Freiheit des Sichselbstwählens und -ergreifens. Es geht in der Angst um die Welt, die als Nichts erfahren wird bzw. um das -Nichtigwerden aller innerweltlichen Bezüge-. Die in der Angst erfahrene Abgründigkeit und Unbedeutsamkeit des In-der-Welt-seins erzeugt Unheimlichkeit, im Sinne des Nicht-zuhause-seins. -In der Angst ist einem unheimlich-, d.h. hier ist kein Wohnen-bei, kein Sein-bei, also keine Weltlichkeit. Nach Jean-Paul Sartre (Das Sein und das Nichts) ängstige ich mich in der Angst vor mir selber, vor meinem eigenen, infolge meiner Freiheit unterdeterminierten, unvorhersehbaren Verhaltensweisen.
In Backwood-Filmen geht es wesentlich um radikale filmische Gesellschaftsanalysen, die sich vor allem im Spannungsfeld von Natur (Land/Wildnis) und Kultur (Stadt/Zivilisation), Trieb (Sexualität, Aggression) und Triebregulierung, Eros und Todestrieb, Grenzen und Grenzüberschreitungen, Freiheit und Determination, Normalität und Anormalität (körperlich und/oder geistig) vollziehen.
Im Seminar werden u.a. die folgenden Filme besprochen: The Texas Chainsaw Massacre (1974), Friday the 13th (1980), Wrong Turn (2003), 2001 Maniacs (2004), Calvaire (2004), Wolf Creek (2005), The Hills Have Eyes (2006), Backwoods (2006), Frontier(s) (2007).
Ein virtueller Reader mit seminarrelevantem Material wird zu Beginn des Seminars auf Moodle zur Verfügung gestellt und im Verlauf des Semesters ergänzt. Diese Materialien müssen von allen Teilnehmern genutzt werden und werden in Prüfungen vorausgesetzt.
Medienwissenschaft - Medienphilosophie
Universität Siegen
SoSe 2012
Dr.
Kleiner Marcus S