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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Basisseminar Internetethik

In den letzten Jahren haben vor allem die Social-Media-Dienste und das Aufkommen des -Internet-to-go- die Welt verändert. Innerhalb der philosophischen Disziplin der Medienethik, die schon seit einigen Jahren wissenschaftlich rezipiert wird, lässt sich der neue Bereich der Internetethik ansiedeln. Der...

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In den letzten Jahren haben vor allem die Social-Media-Dienste und das Aufkommen des -Internet-to-go- die Welt verändert. Innerhalb der philosophischen Disziplin der Medienethik, die schon seit einigen Jahren wissenschaftlich rezipiert wird, lässt sich der neue Bereich der Internetethik ansiedeln. Der Datenskandal um PRISM, Tempora, XKeyScore und Co., der mit der Aufdeckung des Whistleblowers Edward Snowden begann, hat der Weltöffentlickeit vor Augen geführt, welche Möglichkeiten, aber auch welche Gefahren mit dem Internet einher gehen können. Das Seminar behandelt neben Fragen zum Datenschutz und zur digitalen Selbstbestimmung vor allem Fragestellungen wie die Beurteilung der Beziehung Mensch-Maschine, die Inszenierung der eigenen Identität im Netz, das Verhalten im Internet (Netiquette) sowie die digitale Beherrschung der großen Internetsupermächte -Google-, -Facebook-, -Amazon- und -Apple-. Weitere Aspekte des Seminars werden die Macht der Verbraucher und Bürger durch Online-Werkzeuge zur politischen Teilhabe und Aufklärung (-Facebookrevolution-, Liquid democracy, abgeordnetenwatch.de) sowie die Motive der Raubkopierer und Grundzüge der Hackerethik (Pirate Bay, White-, Black-, Grey Hats) sein. Wem gehört das -Netz- und wie ist die Forderung nach einer Internetpolizei zu beurteilen? Wieviel Freiheit gibt es im Internet? Ist Jugendschutz im Internet zu realisieren, was ist von einer Pornofilterung zu halten, wie sie in Großbritannien Ende 2014 eingeführt werden soll. Ein weiterer Themenblock widmet sich dem philosophischen Begriff der -Wahrheit- in Zeiten der Digitalisierung (Plagiatsaffären, Anonymous, Whistleblowing, Wikileaks). Wir wollen auch der Frage nachgehen, welche Positionen zum digitalen Urheberrecht (Lawrence Lessig/Creative Commons, Walt Disney, DJ Danger Mouse, Girl Talk) moralisch inwieweit vertretbar sind und wie die Mashup- und Remixkultur zu bewerten ist, die beispielsweise auch ein großer Bestandteil der Hiphop- und Samplingkultur ist und durch die Digitalisierung enorm vereinfacht wurde. Als möglicher Gegenvorschlag diskutieren wir, welche Vorteile mit einer Kulturflatrate einhergehen könnten. Auswahlliteratur: BARLOW, JOHN PERRY: A Declaration of the Independence of Cyberspace. Davos 1996. CARR, NICHOLAS: Wer bin ich wenn ich online bin und was macht mein Gehirn solange? München 2010. FERGUSON, KIRBY: Everything is a remix. 4 episodes 2012, siehe: http://blog.zeit.de/netzfilmblog/2012/02/17/everything-is-a-remix-webserie-urheberrecht-patent-copyright/, Internetseite zuletzt aufgerufen am 2.7.2015. GEHLEN, DIRK VON: Mashup. Lob der Kopie. Berlin 2012. HAUSMANNINGER, THOMAS; CAPURRO, RAFAEL (Hrsg.): Netzethik. Grundlegungsfragen der Internetethik. München 2002. KEEN, ANDREW: Die Stunde der Stümper: Wie wir im Internet unsere Kultur zerstören. München 2008. KRÖMER, JAN; SEN, EVRIM: No Copy - Die Welt der digitalen Raubkopie. Stuttgart 2006, siehe online unter: http://www.no-copy.org/NO-COPY_Die-Welt-der-Digitalen-Raubkopie.pdf, Internetseite zuletzt aufgerufen am 2.7.2015. LESSIG, LAWRENCE: Freie Kultur: Wesen und Zukunft der Kreativität. Open Source Press 2006. LESSIG, LAWRENCE: Code und andere Gesetze des Cyberspace. Berlin 2001. RAYMOND, ERIC S. : The Cathedral and the Bazaar. Internationaler Linux-Kongress am 22. Mai 1997 Würzburg, siehe: deutsche Übersetzung: Die Kathedrale und der Basar, http://www.selflinux.de/selflinux/pdf/die_kathedrale_und_der_basar.pdf, Internetseite zuletzt aufgerufen am 2.7.2015. TAPSCOTT, DON; WILLIAMS, ANTHONY D.: Wikinomics: die Revolution im Netz. München 2007. TURKLE, SHERRY: Leben im Netz. Identität in Zeiten des Internet. München 1999. Leistungsnachweis: BN (für 2 CP): Referat/Essay BN (für 4 CP): Referat plus Hausarbeit Hausarbeiten (12 - 15 Seiten) nur nach Absprache. Studium Universale Universität Düsseldorf WiSe 2015/16 Timm Valerie