Uni-Siegen
14. März 2017Bewegungsbilder
Vorbemerkung: Sie können an diesem Kurs auch ohne größeres Vorwissen teilnehmen, aber: Es wird in diesem Kurs keine ausführliche Einführung in die technischen Grundlagen der Fotografie gegeben. Wer schwerpunktmäßig eine solche Einführung wünscht, sei auf meine andere Veranstaltung -Einführung in...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenVorbemerkung: Sie können an diesem Kurs auch ohne größeres Vorwissen teilnehmen, aber: Es wird in diesem Kurs keine ausführliche Einführung in die technischen Grundlagen der Fotografie gegeben. Wer schwerpunktmäßig eine solche Einführung wünscht, sei auf meine andere Veranstaltung -Einführung in die technischen und gestalterischen Grundlagen der digitalen Fotografie- verwiesen.
-Man muß sich beeilen, wenn man etwas sehen will,
alles verschwindet.-
(Paul Cezanne)
Fotografien sind unbewegte Bilder. Bewegung zu fotografieren stellt insofern von vorneherein ein Paradoxon dar: Bewegung an sich kann nicht fotografiert werden, bestenfalls kann das bewegte Objekt auf die eine oder andere Weise fotografisch so inszeniert werden, dass dem späteren Betrachter des unbewegten Bildes dennoch ein Eindruck von Bewegung entsteht.
Die zwei grundlegendsten Möglichkeiten, die sich hierzu bieten, sind entweder das -Einfrieren- durch sehr kurze Belichtungszeiten oder der bewusste Einsatz von Verwischungseffekten. Beides sind freilich bei näherer Betrachtung recht merkwürdige -Stilmittel-: Die Methode des Einfrierens scheint auf den ersten Blick eher dazu angetan, Bewegung zu negieren, ja geradezu zu -vernichten- - die Welt scheint auf solchen Fotografien auf eigentümliche Weise ganz besonders still zu stehen. Die Methode des Verwischens dagegen wirkt auf den Betrachter durchaus dynamisch, allerdings um den Preis, dass der so -verarbeitete- Darstellungsgegenstand eben nicht mehr richtig zu erkennen ist – es handelt sich also in technischer Hinsicht eher um einen -Fehler-.
Nichtsdestotrotz gehören beide Varianten zum Standardrepertoire der Fotografie, und es haben sich im Laufe der Zeit diverse Spielarten und Variationen herausgebildet.
Daneben existieren noch weitere -Lösungsansätze- zum Problem der fotografischen Visualisierung von Bewegung, so gibt es z.B. eine lange Tradition der Serienbild-Fotografie.
Zusätzlich existieren auch unabhängig von der Fotografie (bzw. dieser vorgängig) schon diverse Gestaltungsregeln für den Umgang mit Bewegung im unbewegten Bild, schließlich stellten sich vergleichbare Probleme ja auch schon zuvor in der Malerei. Die dort gefundenen Stilmittel sind selbstverständlich auch in der Fotografie höchst funktional, und ihre Kenntnis sollte gewissermaßen die Basis jedweder – dann technisch fundierter – fotografischer Gestaltung bilden.
Im Kurs sollen diese Stilmittel erprobt und eingesetzt werden. Wir werden also unterschiedliche Motive aufsuchen und auf ihre jeweils angemessenen fotografischen Umsetzungsstrategien hin untersuchen. Die Bandbreite möglicher Arbeitsfelder reicht dabei von -klassischer- Sportfotografie über künstlerisch-fotografische Reflexion des o.a. Paradoxons bis hin zu Extrem-Langzeitbelichtungen (mit entsprechend extremen Verwischungseffekten) u.v.m.
Wir werden zunächst in einem kurzen theoretischen Block die typischen Methoden samt ihrer technischen Bedingungen behandeln, um dann anschließend das erworbene Wissen vor allem praktisch umzusetzen.
Für viele denkbare (und interessante) Motive werden wir ggf. -on location- gehen müssen, deswegen sind die angegebenen Kurszeiten lediglich als Kernzeiten anzusehen, von denen wir ggf. nach interner Absprache abweichen können und werden.
Bitte, soweit vorhanden, eigene (digitale!) Spiegelreflexkamera mitbringen. Das ist aber keine Teilnahmebedingung, es werden auch Kameras gestellt.
-Es gibt nichts auf dieser Welt, das keinen entscheidenden Moment hat.-
(Henri Cartier-Bresson)
-Ich gebe dem Moment Dauer.-
(Manuel Alvarez Bravo)
Medienwissenschaft (Ergänzungsfach), Bachelor Kern-/Ergänzung, PO 2011
Universität Siegen
20112 WiSe 2011/12
Medienwissenschaft (Kernfach), Bachelor Mehrfach, PO 2011
Medienwissenschaft, Bachelor, PO 2011
Dipl.-Medienw.
Schemer Reinhard Timo Dipl Medienw