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Uni-Siegen
14. März 2017

Schwieriger Übergang in die Arbeitswelt Analyse von Lebensläufen entkoppelter Jugendlicher Fallseminar

Vorbemerkungen: Die gerade veröffentlichte OECD- Studie belegt: In kaum einem OECD-Land gelingt der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf besser als in Deutschland. Richtig ist jedoch auch: Trotz der guten Arbeitsmarklage und aller Förderprogramme sind mehr als 20...

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Vorbemerkungen: Die gerade veröffentlichte OECD- Studie belegt: In kaum einem OECD-Land gelingt der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf besser als in Deutschland. Richtig ist jedoch auch: Trotz der guten Arbeitsmarklage und aller Förderprogramme sind mehr als 20 000 Bewerber offiziell noch unversorgt, während fast jeder fünfte Arbeitsplatz mangels geeigneter Interessenten unbesetzt bleibt. Als entkoppelte Jugendliche (Disconnected Youth) gelten Heranwachsende denen der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt nachhaltig nicht gelingt und bei denen zugleich eine geringe Inanspruchnahme oder Wirkungslosigkeit von Hilfesystemen festgestellt werden muss. Gleichzeitig finden sich bei Ihnen z.T. diverse soziale Probleme (i.S.v. Armut, Obdachlosigkeit, Kriminalität, Gewalterfahrung, Drogenabhängigkeit, usw.). Insgesamt besteht bei ihnen die Gefahr einer Abwendung vom Erwerbssystem, wodurch wiederum die Chance auf eine spätere Arbeitsmarktintegration zunehmend schlechter wird. Da der Arbeitsmarkt zentrales Instrument der Ressourcenverteilung und Statuszuweisung ist, besteht in einer Entkopplung also ein Einfallstor für die Entstehung bzw. Aufrechterhaltung von Prekarität und sozialer Exklusion.   Zum Fallseminar: Im Seminar widmen wir uns der Fragestellung, wie 'Entkopplungen' beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf erklärt werden können. Hierzu analysieren wir gemeinsam Sozialisationsprozesse und Lebensverläufe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Geeignetes Fallmaterial liegt vor. Das Seminar bietet Ihnen: • eine Einführung in eine Methode der Habitus-/Fallrekonstruktion (Sie entwickeln einen Blick für die Frage: Was sind die hinter den offensichtlichen Problemen / Devianzen liegenden Strukturen?). • aktuelle Ergebnisse eigener Forschung zu Disconnected Youth (z.B.: Wodurch sind die Lebenswelten entkoppelter Jugendlicher gekennzeichnet? Wie deuten sie ihre Situation? Wie verlaufen Prozesse von Entkopplung und Wiederanbindung?). • Informationen zu Maßnahmen und Angeboten des Übergangssystem zwischen Schule und Beruf. Die Veranstaltung ist interessant für angehende SozialwissenschaftlerInnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen. Soziologie - Allgemeine Soziologie II  Aktive Mitarbeit im Seminar. Leistungsnachweis durch eine Hausarbeit/Ausarbeitung zu Themen die mit den Inhalten des Seminars korrespondieren. Themen wären z.B. Übergang Schule - Beruf, Übergangsmanagement, Jugendberufsagenturen, Jugendliche mit problematischen Sozialisationsverläufen (oder Sozialisation insgesamt), entkoppelte Jugendliche, Arbeitsmarktintegration (von MigrantInnen), Langszeitarbeitslosigkeit, usw., gerne auch zu Teilen der neuen OECD-Studie 2016 -Bildung auf einen Blick-. Genaue Themen bitte einzeln mit mir absprechen. Hausarbeiten können auch durch Kleingruppen erstellt werden. Es können auch einige wenige Referate vergeben werden. Universität Siegen WiSe 2016/17 M.A. Gellermann Jan M.A