Uni-Kassel
14. März 2017Blockseminar Die Goldenen Zwanziger Jahre Politik und Kultur in der Weimarer Republik
Die -Goldenen Zwanziger Jahre- begannen nach dem Ende der unmittelbaren Nachkriegs- und Krisenzeit 1923 und endeten mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929. Obwohl sie als Jahre relativer Stabilität galten, überstand keine Regierung eine ganze Legislaturperiode. Dessen ungeachtet werden die -Goldenen...
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Jetzt Lernplan erstellenDie -Goldenen Zwanziger Jahre- begannen nach dem Ende der unmittelbaren Nachkriegs- und Krisenzeit 1923 und endeten mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929. Obwohl sie als Jahre relativer Stabilität galten, überstand keine Regierung eine ganze Legislaturperiode. Dessen ungeachtet werden die -Goldenen Zwanziger Jahre- gerne beschworen, um die Entfaltung eines neuen Lebensgefühls und eines geistig-künstlerischen Schaffens in Deutschland, aber auch in anderen Ländern Europas zu beschreiben. Dazu gehören Thomas Manns Zauberberg, Döblins Berlin Alexanderplatz und Brechts Dreigroschenoper, Filme wie etwa Metropolis sowie das Bauhaus von Gropius und die Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Flankiert wurde diese Entwicklung durch Diskussionen über den -neuen- Menschen und dessen Erziehung, weshalb neben Jugendbewegung und Reformpädagogik auch Reformen des höheren Schulwesens und der Universitäten sowie eine Neustrukturierung der Volksschullehrerausbildung Themen von hoher Bedeutung waren.
Die -Weimarer Kultur- und das politische Leben waren jedoch nicht wirklich ineinander verzahnt, denn die vielfältigen kulturell-erzieherischen Aktivitäten haben die Festsetzung und Ausbreitung der Demokratie und die Orientierung an demokratischen Leitbildern nicht automatisch gefördert. Vielmehr waren viele Schriftsteller, Künstler, Lehrer und Hochschullehrer weit davon entfernt, sich mit der Republik zu identifizieren. Zudem enthielten auch von den Zeitgenossen als -modern- geltende kulturelle Strömungen bereits Teilelemente der nach 1933 von den Nationalsozialisten propagierten Ideologie. Scheinbar sichere Grenzen zwischen -modernem- und demokratischem Kulturoptimismus sowie -antimodernem- und -demo-kratischem Kulturpessimismus geraten bei näherem Hinsehen ins Wanken.
Ziel des Seminars ist es deshalb, zunächst die politischen und kulturpolitischen Rahmenbedingungen der -Goldenen Zwanziger Jahre- zu erarbeiten und dann in einem zweiten Schritt zu ergründen, welchen Handlungsspielraum die Kulturschaffenden hatten und mit welchen Inhalten sie diesen füllten.
Faulstich, Werner (Hg.), Das Zweite Jahrzehnt, München 2007.
Kolb, Eberhard / Schumann, Dirk, Die Weimarer Republik, München
20128.
Krabbe, Wolfgang R. (Hg.), Politische Jugend in der Weimarer Republik,
Bochum 1993.
Grimme, Adolf, Kulturverwaltung der Zwanziger Jahre, Stuttgart 1961.
Tenorth, Heinz-Elmar, Geschichte der Erziehung, Weinheim 20084,
S. 203-218.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2012/13
Geschichte HF
Dr.
Kuß Susanne