Uni-München
14. März 2017Blockseminar Die liturgische Zeit in der Geschichte der Kirche
Vor seiner Himmelfahrt, versprach unser Retter seinen heiligen Aposteln: -Siehe, ich werde mit euch alle Tage bis zum Ende der Zeiten sein- (Mt 28, 20). Gemäß diesem Versprechen, war die Kirche von Anfang an darum bemüht, die geistliche und unsichtbare,...
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Jetzt Lernplan erstellenVor seiner Himmelfahrt, versprach unser Retter seinen heiligen Aposteln: -Siehe, ich werde mit euch alle Tage bis zum Ende der Zeiten sein- (Mt 28, 20). Gemäß diesem Versprechen, war die Kirche von Anfang an darum bemüht, die geistliche und unsichtbare, aber reale und kontinuierliche Präsenz von Christus unter den Gläubigen während ihres ganzen Lebens hervorzuheben. Dadurch wird versucht, die lebendige Erinnerung an das Leben, die Lehre und die Taten Gottes und der Heiligen im täglichen Leben der Gläubigen wach zu halten, indem diese Taten ständig kommemoriert werden. Dieses Ziel hat die Kirche durch ihre unterschiedlichen liturgischen Ordnungen und vor allem durch die wunderbare Zusammenstellung des kirchlichen Jahres mit den Feiern, Fasten, Totengedenken und den geprägten Zeiten des Jahres, die eine besondere Bedeutung für das orthodoxe liturgische Leben haben. Diese Idee und Absicht durchdringt alle natürlichen und künstlichen Unterteilungen der Zeit, in denen das menschliche Leben verläuft: Tag, Woche, Monat und Jahr. Durch die Feste, Fastenzeiten und unterschiedlichen Gedenken sowie liturgischen Gottesdienste, die nacheinander folgen und zugleich in gewisser Weise täglich und jährlich wiederkehren, gedenken wir und erleben gewissermaßen periodisch die wichtigen Momente des Lebens und der Aktivität Christi sowie der ganzen heiligen Erlösunggeschichte mit ihren Personen und Ereignissen sowohl vor der Ankunft des Herrn als auch nach seiner Himmelfahrt. Zugleich nach Abschluss des kirchlichen Kalenders innerhalb jedes liturgischen Jahres hat die Kirche als Ziel, die Zeit des irdischen Lebens in vier konzentrische Kreise zu teilen. Die Kirche versucht sich in den unerschöpflichen Fluss der göttlichen Energie einzurahmen und durch ununterbrochenes Gebet alle kalendarischen Unterteilungen der Zeit zu heiligen: den Tag mit seinen Unterteilungen, die Woche, den Monat und das Jahr und dadurch das ganze menschliche Leben in seinen wichtigsten Momenten.
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LMU München
SoSe 2015
Institut für Orthodoxe Theologie