Uni-Essen
14. März 2017Blockseminar einfach ist nicht einfach 8211 über den Umgang mit Phänomen und Begriff des Einfachen
Inhalte: Wenn alles einfach ist, solange man nicht darum kümmert, sollte man dann nicht vielleicht aufhören, sich Gedanken zu machen und sie in Worte zu fassen? Hinter den Begriffen wirken Gegenstände oh-nehin meist irgendwie ungenau. -Begriff- kommt ursprünglich von -greifen-,...
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Wenn alles einfach ist, solange man nicht darum kümmert, sollte man dann nicht vielleicht aufhören, sich Gedanken zu machen und sie in Worte zu fassen? Hinter den Begriffen wirken Gegenstände oh-nehin meist irgendwie ungenau. -Begriff- kommt ursprünglich von -greifen-, hat seine Wurzeln also im Feld der Wahrnehmung. Bevor etwas begriffen wird, wird es beobachtet und damit es beobachtet werden kann, muss es sich unterscheiden. 250 Millionen Netzhautrezeptoren und 100 Milliarden Neu-ronen erzeugen aus einem Ozean von Unterschieden einfache Bilder von Menschen, Gänseblümchen, Elefanten, indem jede einzelne Zelle in spezifischer Weise auf Unterschiede reagiert. Differenz ist für die Sinne attraktiv. Rezeptoren und Neuronen werden unruhig, nehmen Stoffe auf und geben andere ab. Muskelfasern kontrahieren, fokussieren. Das Ergebnis nennt die Wahrnehmungspsychologie -Figur-Grund-Beziehung- und meint damit, dass wir die Vielfalt der beobachtbaren Welt zu spezifischen Einheiten vor einem unspezifischen Hintergrund ordnen.
An Beispielen visueller Sinneswahrnehmung stellt die Veranstaltung mentale Vereinfachungsstrategien vor. Welche Wirklichkeiten daraus hervorgehen und welche Rolle Aufmerksamkeit und Abstraktion dabei spielen, wird an Alltagsgegenständen, Täuschungsbildern und Kunstobjekten erfahrbar. Erklärungsmodelle aus Wahrnehmungstheorie, Ästhetik, Phänomenologie, Systemtheorie und kogni-tivem Konstruktivismus werden einander gegenübergestellt.
Lernziele:
Studierende erlangen Einsicht in die ordnenden Prozesse der visuellen Wahrnehmung, in unterschiedliche Zugangsweisen zum Phänomen -einfach-, in Ausdrucksformen abstrakter Kunst und entsprechender Sehweisen. Sie lernen unterschiedliche Aspekte des Einfachen zu unterscheiden, wie vermeintlich einfaches durch Aufmerksamkeit kompliziert werden kann, wie Kompliziertes durch Komplexität einfach wird, Hinterfragen und Umwerten gängiger Bedeutung von Begrifflichkeiten.
Institut für Optionale Studien IOS
Diskussionsfreude, Abstraktionsvermögen, Interesse an differenzierten Erklärungsmodellen
Proaktive mündliche Teilnahme (60% der Bewertung) sowie zwei der drei Alternativen:
a) Protokoll (20%), b) Kurzvortrag + Inhaltsübersicht / Thesenpapier (20%), c) Literaturexzerpt + Kurzpräsentation (20%)
In E3 ist regelmäßige, aktive Teilnahme mit Vor-/Nachbereitung neben dem erfolgreichen Bestehen Voraussetzung zum Scheinerwerb. Geduldet wird eine entschuldigte (!) Fehlzeit von max. 2x2 SWS bei regulären wöchentlichen Veranstaltungen bzw. 3 Zeitstunden bei Blockveranstaltungen.
Universität Duisburg-Essen
WS 2011/12
Bachelor, Bachelor
Dipl.
Gossner Ingrid