Uni-Essen
14. März 2017Seminar 8222 Volksgesundheit 8220 und Krankheitsmetaphorik 8211 philosophisch historische Reflexion auf ein vitales Basisphänomen
Inhalte: Wenn von Krankheit und Gesundheit die Rede ist, wird dies im Allgemeinen jeweils als physiologischer Zustand begriffen, manchmal aber auch als Emotionalität unter Einbeziehung von Persönlichkeit und Sozialität als ganzheitliches Geschehen erklärt. Gelegentlich spielen in Gesamtinterpretationen auch juristische Definitionen...
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Wenn von Krankheit und Gesundheit die Rede ist, wird dies im Allgemeinen jeweils als physiologischer Zustand begriffen, manchmal aber auch als Emotionalität unter Einbeziehung von Persönlichkeit und Sozialität als ganzheitliches Geschehen erklärt. Gelegentlich spielen in Gesamtinterpretationen auch juristische Definitionen eine Rolle, sofern es sich um Daseinsvorsorge im Sozialversicherungszusammenhang handelt. Diese im engeren Sinne natur- und sozialwissenschaftlichen Themen sollen im Seminar nicht in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt werden. Gegenstand ist vielmehr die philosophisch-historische Reflexion auf sprachlich-metaphorische Denkfiguren, entlang der Zeugnisse abendländischer Tradition: Eine seit der Antike (Aristoteles) bis in das 18. Jh. (Kant) geltende Vorstellung, dass Leidenschaften krankhaft seien und die Vernunft gleichsam das Medikament bereit stelle, wurde erst im 19. Jh. (Hegel, Nietzsche, Kierkegaard) abgelöst. Hieran anschließend soll in einem weiteren Schritt darauf reflektiert werden, dass die Metaphorik der Begriffe Krankheit und Gesundheit auch als fatales Legitimationsmuster missbrauchbar ist. In der Rassenideologie z.B. der Nazis diente der Krankheitsbegriff zur Diffamierung und Verfolgung von Theorien, Kunstrichtungen und Menschengruppen. Metaphorisch vorbereitet wird die Diskriminierung von Juden u.a. während des so genannten Dritten Reichs allerdings bereits im 19. Jh., durch die aufkommende Rede von der -Volksgesundheit- und -Rassenhygiene-.
Lernziele:
Lernziel des Seminars soll in der Reflexion auf die philosophisch-historische Tradition anhand sprachlicher Metaphern nicht per se deren Verurteilung sein sondern soll deren reflektierte Verwendung aufklären und fördern.
SemApp. Nr. 403, Standort Essen, GW/GSW, 2. OG. Zugangsdaten für Online-Material werden bei der Vorbesprechung bekannt gegeben.
Institut für Optionale Studien IOS
Diese Veranstaltung ist im fachfremden Modul E3 nicht geeignet für 2-fach Studierende der Fak GeiWi.
Regelmäßige aktive Teilnahme und entweder Protokoll (2 Cr.), oder Referat mit Thesenpapier (3 Cr.), oder große HA (20seitig inkl. eigenständiger Recherche und Nutzung weiterführender Lit., 5 Cr. - nur bei Vorerfahrung mit wissenschaftlichem Schreiben zu empfehlen).
In E3-Veranstaltungen ist die regelmäßige, aktive Teilnahme mit angemessener Vor-/Nachbereitung Voraussetzung, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Geduldet wird eine entschuldigte (!) Fehlzeit von max. 2x2 SWS bei regulären wöchentlichen Veranstaltungen bzw. 3 Zeitstunden bei Blockveranstaltungen.
Universität Duisburg-Essen
WS 2011/12
Bachelor, Bachelor
Professor
Friedrichs Dieter