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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar Interkulturelle Philosophie Das Verhältnis von Subjekt und Objekt im europäischen und japanischen Denken Kant Schelling Hegel Nishida

Die Transzendentalphilosophie Immanuel Kants hinterlässt seinen Nachfolgern ein folgenschweres Erbe, das sich vor allem auf das Verhältnis von Subjekt und Objekt auswirkt. Insbesondere die Sprechweise vom -Ding an sich- gibt Rätsel auf: So kennen wir nach Kant die Dinge zwar...

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Die Transzendentalphilosophie Immanuel Kants hinterlässt seinen Nachfolgern ein folgenschweres Erbe, das sich vor allem auf das Verhältnis von Subjekt und Objekt auswirkt. Insbesondere die Sprechweise vom -Ding an sich- gibt Rätsel auf: So kennen wir nach Kant die Dinge zwar in der Weise, wie sie uns unseren Wahrnehmungsformen entsprechend erscheinen, was die Dinge unabhängig von unseren Sinnen sind, wissen wir jedoch nicht. Es wundert nicht, dass die kantische Position in der Folgezeit vielfach kritisiert worden ist: Georg Wilhelm Friederich Hegel sieht in Kants Auffassung die Aufgabe des Wahrheitsanspruchs der Philosophie und versucht das Problem durch eine Konzeption der Erkenntnis zu überwinden, in der sowohl das Moment der Subjektivität als auch das der Objektivität als Einheit enthalten ist. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling wiederum entwickelt ein Identitätsdenken, in dem der Unterscheidung von Subjektivität und Objektivität eine -totale Indifferenz des Objektiven und Subjektiven als Bedingung- vorausgehen gehen soll. Im weiteren Verlauf der Philosophiegeschichte erreicht das Problem der Dualität von Subjekt und Objekt auch Japan. Kitar Nishida, der bedeutendste Vertreter der so genannten Kyto-Schule, bietet als Lösung die Theorie der -reinen Erfahrung- an. Doch obgleich Nishida den Anschluss an die Vertreter des Deutschen Idealismus sucht, ahmt er seine Vorgänger nicht einfach nach, sondern versucht, eine eigene japanische Identität in die Philosophie einzubringen. Die westliche Ausrichtung auf das Denken soll durch eine Einheit von idealistischem Selbstbewusstsein und buddhistischem Selbstgewahren im Hier und Jetzt überwunden werden Textgrundlagen: Kant, Immanuel, Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, Universalbibliothek Nr. 2468, Stuttgart 1989; ders., Kritik der reinen Vernunft, nach der ersten und zweiten Originalausgabe hg. von Jens Timmermann, mit einer Bibliographie von H. Klemme, Philosophische Bibliothek 505, Hamburg 2010. Hegel, Georg Friedrich, Wilhelm, Werke in zwanzig Bänden 5: Die Wissenschaft der Logik I, Erster Teil – Die objektive Logik (Erstes Buch), Frankfurt am Main 1969. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Darstellung meines Systems der Philosophie. Schriften von 1801-1804. Darmstadt 1988. Kitar Nishida: Über das Gute. Eine Philosophie der Reinen Erfahrung. Aus dem Japanischen übersetzt und eingeleitet von Peter Pörtner. Frankfurt am Main 2001. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2013/14 Philosophie HF Dr. Bönker Vallon Angelika