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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar Kuratorische Konzepte documenta Kuratoren im Vergleich

Der Kurator hat in den letzten Jahrzehnten einen erstaunlichen Status-Wandel vollzogen. Galt das Kuratieren ehemals als eine eher sekundäre, überwiegend administrative und wissenschaftliche Tätigkeit, die von festangestellten Kustoden an Museen praktiziert wurde, ist der Kurator heute zu einer prominenten Figur...

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Der Kurator hat in den letzten Jahrzehnten einen erstaunlichen Status-Wandel vollzogen. Galt das Kuratieren ehemals als eine eher sekundäre, überwiegend administrative und wissenschaftliche Tätigkeit, die von festangestellten Kustoden an Museen praktiziert wurde, ist der Kurator heute zu einer prominenten Figur in der zeitgenössischer Kultur avanciert. Er ist ein Machtfaktor im Kunstdiskurs, dessen Praxis als ein kreatives, quasi-künstlerisches Tun gewertet wird. Das Seminar wird diesen Aufstieg des Kurators vom wissenschaftlichen Dienstleister zum Ausstellungsautor im Kontext der Geschichte der documenta-KuratorInnen beleuchten. Denn keine Institution hat die Figur des freien Kurators so nachhaltig mitlanciert, wie die der documenta. Wir werden uns anhand von Quellen aus dem documenta Archiv mit den Konzepten der documenta-KuratorInnen befassen und ihr jeweiliges Selbstverständnis diskutieren. Dabei wird Harald Szeeman, auf den der Begriff des -freien Ausstellungsmachers- wesentlich zurückgeht, in diesem Kontext eine zentrale Position einnehmen. Darüber hinaus soll über den Vergleich einzelner kuratorischer Positionen auch das den Ausstellungen je unterliegende Kunstverständnis expliziert werden. So zeigt sich etwa im Vergleich zwischen der documenta 5 und documenta X ein ähnlicher Ausgangspunkt (das Bestreben Kunst an Gesellschaft anzubinden), wenngleich die jeweilige Einschätzung des Verhältnisses von Kunst und Gesellschaft eine ganz andere ist. Ebenso lassen sich im Vergleich der kuratorischen Positionen der documenta X bis 12 divergierende Konzeptionen von Kritik festmachen, deren vorläufigen Endpunkt Carolyn Christov-Bakargievs Absage an das Kritik-Paradigma in der documenta 13 markiert. Da das Seminar wesentlich auf der Arbeit mit Archiv-Materialien basiert, ist das methodische Erlernen des Umgangs mit historischen Quellen und Zeugnissen ein wesentlicher Bestandteil. Arnold Bode. Schriften und Gespräche, hrsg. v. Heiner Georgsdorf, Berlin 2007; Harald Szeemann, Zeitlos auf Zeit. Das Museum der Obsessionen, Regensburg 1994; Paul O'Neill, The culture of curating and the curating of culture(s), Cambridge, Mass. 2012; Maren Ziese, Kuratoren und Besucher. Modelle kuratorischer Praxis in Kunstausstellungen, Bielefeld 2010; Hans Ulrich Obrist, A Brief History of Curating, Zürich 2009. Bemerkung Die Seminare des Studiengangs Kunstwissenschaft sind teilnehmerbeschränkt. Daher ist eine Online-Anmeldung über HIS/POS zwingend notwendig. Diese ist im Zeitraum vom 25.09.2013, 08:00:00 bis zum einschließlich 16.10.2013, 23:59:00 möglich. Die Platzbestätigung wird nach Ablauf der Anmeldefrist per E-Mail verschickt. Der Besuch der ersten Sitzung ist obligatorisch, da der Platz ansonsten im Nachrückverfahren vergeben wird! Studierende, welche keine Platzbestätigung erhalten haben, können dennoch zu der ersten Sitzung erscheinen, um evtl. einen Nachrückerplatz zu erhalten. B.A. 1.0: IV b/c, VII a, VIII b/c, IX b, XII b B.A. 2.0: IV b, VI a, VII b M.A.: II 1, IV 2, V 2 Kunsthochschule Kassel Uni Kassel WiSe 2013/14 Dr. von Hantelmann Dorothea