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Uni-München
14. März 2017

Hauptseminar Melancholie

Der Kurs beschäftigt sich nicht mit der medizingeschichtlichen Definition der Melancholie als dem, aus der Viersäftelehre der Antike hervorgegangenen, heute klinisch als endogene Depression bezeichneten Gemütszustand, sondern mit dem philosophischen Konzept der Melancholie, das als Produkt der kritischen Bewegung der...

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Der Kurs beschäftigt sich nicht mit der medizingeschichtlichen Definition der Melancholie als dem, aus der Viersäftelehre der Antike hervorgegangenen, heute klinisch als endogene Depression bezeichneten Gemütszustand, sondern mit dem philosophischen Konzept der Melancholie, das als Produkt der kritischen Bewegung der Ironie verstanden werden kann. Melancholie ist Folge der ins Unendliche verschobenen Suche nach Authentizität bzw. der Unmöglichkeit dem Sein letztgültig Sinn zuschreiben zu können. Jede Suche nach dem Authentischen verliert sich in stets weiter gebrochenen Spiegelungen; Wahrheit und Wahrheitsparodie lassen sich nicht unterscheiden. Die Krise der Absoluta geht dabei mit der Krise der Repräsentation einher (vgl. bspw. Nietzsches -Begriffsmumien-) bzw. gewinnt Sprache erst durch die Loslösung von ihren verweisenden Aufgaben ihre schöpferische Dimension (vgl. bspw. F. Schlegel). Der Kurs betrachtet die unentschieden und in Melancholie endenden Erkundungen von Wahrheit, Realität und Darstellbarkeit in der Romantik, der Moderne sowie der Postmoderne und endet mit einem kurzen Ausflug ins Lebensgefühl der Generation X im Zusammenhang der Betrachtung von Melancholie als Gesellschaftsflucht (Lepenies). Besprochen werden u.a. Texte bzw. Textausschnitte philosophischer Werke von F. Schlegel, Hegel, Nietzsche, Camus, Baudrillard und literarische Werke von Klingemann (Die Nachtwachen des Bonaventura), Hofmannsthal (Ein Brief; Das Märchen der 672. Nacht), Borges (Die Bibliothek von Babel; Tlön, Uqbar, Orbis Tertius), Kracht (Faserland), Jenny (Das Blütenstaubzimmer), Hermann (Sommerhaus später) sowie das Album -Mellon collie and the infinite sadness- von den Smashing Pumpkins. Bitte beginnen Sie mit dem Lesen der genannten literarischen Werke bereits in den Semesterferien... Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (2010): Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM), MA Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG: Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs: Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG: Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München WiSe 1415 Dr. phil. Hütter Yvonne phil