Uni-Kassel
14. März 2017Blockseminar Manifeste und Manifestationen Künstlerprogramme des 20 und 21 Jahrhunderts zwischen Theorie und Praxis
Das Manifest soll seinem Wortstamm (lat. manifestus) nach etwas greifbar oder augenscheinlich machen. In Manifesten formulieren Künstler_innen ihr Selbstverständnis oder das einer Bewegung und tragen es nach außen. Insbesondere die Ismen der Avantgarden sind kaum ohne eine derartige Proklamation ausgekommen....
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Jetzt Lernplan erstellenDas Manifest soll seinem Wortstamm (lat. manifestus) nach etwas greifbar oder augenscheinlich machen. In Manifesten formulieren Künstler_innen ihr Selbstverständnis oder das einer Bewegung und tragen es nach außen. Insbesondere die Ismen der Avantgarden sind kaum ohne eine derartige Proklamation ausgekommen. Dabei können Manifeste sehr verschiedene, meist literarische, Formen annehmen. Vom Forderungskatalog bis hin zur Negation und der Abrechnung mit tradierten Strukturen dienen sie der Einigung oder wenigstens der gemeinschaftlichen Abgrenzung von als überkommen empfundenen Werten und einem als überholt angesehenen Kunstverständnis. Doch das Manifest ist nicht allein Medium der klassischen Avantgarden. Auch in der Postmoderne ist es die Stimme der Künstler, die sich in der Vermittlung zwischen Kunst und Öffentlichkeit vernehmen lässt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die theoretischen Konzepte der Künstler in der Postmoderne vergleichbare Geltungsansprüche zur Schau stellen wie diejenigen der Avantgarden. Kann der Begriff Manifest noch in vergleichbarer Weise betrachtet werden und werden seitens der Künstler vergleichbare Ansprüche gestellt? Im Mittelpunkt dieses Blockseminars steht die Frage nach dem spezifischen Verhältnis zwischen Manifesten und den Kunstwerken, die mit ihnen in Beziehung stehen. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart werden ausgewählte Arbeiten der bildenden Kunst im Hinblick auf die in ihnen dargelegten Programme und deren Umsetzung analysiert und diskutiert.
Literatur: Asholt, Wolfgang; Fähnders, Walter (Hg.): Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde (1909-1938), Stuttgart 1995. Ehrlicher, Hanno: Die Kunst der Zerstörung: Gewaltphantasien und Manifestationspraktiken europäischer Avantgarden, Berlin 2001. Harrison, Charles; Wood, Paul (Hg.): Kunsttheorie im 20. Jahrhundert. Künstlerschriften, Kunstkritik, Kunstphilosophie, Manifeste, Statements, Interviews, Ostfildern-Ruit 2003. Noble, Richard: Utopias, London 2009. Schneede, Uwe M.: Die zwanziger Jahre: Manifeste und Dokumente deutscher Künstler, Köln 1979. Stiles, Kristine: Theories and documents of contemporary art: a sourcebook of artists' writings, Berkeley 1996.
Bemerkung
Die Blockveranstaltung umfasst neben der Einführungssitzung zwei Wochenenden mit je zwei Sitzungsterminen. Die genauen Termine werden im Rahmen der Einführung abgestimmt und Referatsthemen vergeben. Aus didaktischen Gründen ist eine Teilnahme an allen Terminen erforderlich. Es wird eine Anwesenheitsliste geführt.
Module:
BA 1.0: IV b; IV c; VIII b
BA 2.0: I b; I c; IV b; VI a
BA 2.1: III a; IV b; IV c; VI a
L1: Modul 2, 6, 7
L2: Module 3, 12, 13, 14
L3: Module 4, 13, 14, 15, 16, 24
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
WiSe 2015/16
M.A.
Milling Stephanie M.A