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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar mit Einführungssitzung Der christliche Platonismus Die Verschmelzung von griechischer Philosophie und christlicher Lehre

-Platos Einfluß auf das westliche Denken ist so groß und trotz gelegentlicher Ablehnung derart nachhaltig gewesen, daß ein moderner Denker sagen konnte, die abendländische Philosophiegeschichte sei eine Reihe von Fußnoten zu Plato.- Mit diesen Worten charakterisiert der renommierte Philosophiehistoriker P.O....

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-Platos Einfluß auf das westliche Denken ist so groß und trotz gelegentlicher Ablehnung derart nachhaltig gewesen, daß ein moderner Denker sagen konnte, die abendländische Philosophiegeschichte sei eine Reihe von Fußnoten zu Plato.- Mit diesen Worten charakterisiert der renommierte Philosophiehistoriker P.O. Kristeller die einzigartige Wirkung des platonischen Denkens innerhalb der europäischen Philosophiegeschichte. Wie einflussreich dieses Phänomen tatsächlich ist, zeigt die Entwicklung des sogenannten -christlichen Platonismus-. So wenden sich die Vertreter der christlichen Lehre gezielt der griechischen Antike zu, um die eigene Lehre als die legitime Fortsetzung und Vollendung einer schon etablierten Philosophie auszuweisen. Namhafte christliche Denker glauben seit der Patristik (Augustin) bis zur Renaissance (Marsilio Ficino) in Platon einen Vorläufer des Christentums zu erkennen, insofern dessen Lehre spezifische christliche Inhalte wie das Sein Gottes oder die innergöttliche Trinität -prophetisch- vorwegnehmen soll. Das Ergebnis ist ein langwieriger Denkprozess, in dem die griechischen Denkformen aufgegriffen und umgeformt werden, so dass sich die Entwicklung der christlichen Philosophie nicht ohne das Fundament der -heidnischen- Kultur verstehen lässt. Das Seminar versucht auf der Grundlage ausgewählter Texte (Platon, Plotin, Augustin, Meister Eckhart, Nicolaus Cusanus, Marsilio Ficino) den Prozess der Verschmelzung zweier Kulturkreise einsichtig zu machen. Das Verständnis grundlegender philosophischer Begriffe, die Prinzipien philosophischer Interpretation sowie die mündliche und schriftliche Darstellung sollen in eigenen Lernschritten vermittelt werden. Literatur: Literaturhinweise zu den einzelnen Autoren werden zu Beginn des Seminars gegeben. Allgemeine Einführung: Werner Beierwaltes, Platonismus im Christentum, Frankfurt a. M. 1998. Für die Vergabe von Credits gibt es folgende Möglichkeiten: Übernahme eines Referats; Verfassen eines Essays; Protokoll von Veranstaltungen außerhalb des Seminars (nach Absprache). Weitere nach Rücksprache. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2015 Lehrveranstaltungspool FB 02 Philosophie HF Dr. Bönker Vallon Angelika