Uni-Kassel
14. März 2017Blockseminar mit Einführungssitzung Die Geschichte der Deutschen Kolonialschule aufarbeiten und ausstellen
In diesem Praxisprojekt werden sich Studierende der Fächer Geschichte, Agrarwissenschaft und Kunst mit der kolonialen Vergangenheit Nordhessens und mittelbar auch der Universität Kassel beschäftigen. Im Zentrum der Forschung in interdisziplinären Gruppen steht die Geschichte der Deutschen Kolonialschule in Witzenhausen (1898-1944)....
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Jetzt Lernplan erstellenIn diesem Praxisprojekt werden sich Studierende der Fächer Geschichte, Agrarwissenschaft und Kunst mit der kolonialen Vergangenheit Nordhessens und mittelbar auch der Universität Kassel beschäftigen. Im Zentrum der Forschung in interdisziplinären Gruppen steht die Geschichte der Deutschen Kolonialschule in Witzenhausen (1898-1944). Diese Schule ist ein wesentlicher Vorläufer des Deutschen Instituts für Tropische und Subtropische Landwirtschaft (DITSL) und mittelbar auch des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel. Dort wurden über mehrere Generationen hinweg junge Menschen (mehrheitlich Männer) für landwirtschaftliche Tätigkeiten in den deutschen Kolonien ausgebildet: sogenannte -Kolonialpflanzer-. Doch zogen diese oft auch in andere Kolonialgebiete bzw. Siedlungsstaaten wie etwa Südafrika. Weder der Verlust der Deutschen Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg, noch das Ende des eigentlichen Kolonialzeitalters und die Gründung der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg konnten dieses Interesse daran, als Landwirt in ehemaligen Kolonien zu arbeiten, unterbrechen. Waren diese Schüler aber nur Abenteurer und Auswanderer oder doch Vertreter rassistischer und kolonialistischer Inhalte? Wie wurden sie in Witzenhausen im Internat ausgebildet und wie prägten sie wiederum die Stadt?
Die Geschichte der Kolonialschule ist noch immer ein umstrittenes historisches Erbe der Region und der Universität Kassel. Dabei ist dieses Erbe der Öffentlichkeit über die Werra-Meißner-Region hinaus kaum bekannt und auch die meisten Geschichtsstudierenden hier in Kassel wissen nicht von ihrer Existenz. Daher wird das Seminar nun Möglichkeiten der Vermittlung ihrer Geschichte erarbeiten und auch umsetzen. In Projektgruppen wird die Geschichte der Schule eigenständig untersucht (Archiv, Bibliothek, Denkmäler, Museum) und dann in einem Ausstellungsprojekt in Witzenhausen öffentlich präsentiert (etwa in Comic-Kurzgeschichten). In den gemeinsamen Blockseminaren werden historisches Quellenmaterial, geschichtsdidaktische Vermittlungsformen und visuell-künstlerische Herangehensweisen behandelt.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SoSe 2014
Geschichte HF
Geschichte NF
Dorgathen Hendrik