Uni-Essen
14. März 2017Blockseminar neu 04.09 Kritische Rassismustheorie Migration und Gesellschaftsanalyse ESL Modul 3.2a
In diesem Seminar findet eine Auseinandersetzung mit der kritischen Rassismustheorie statt und es werden Verknüpfungen zu den aktuell dominierenden Konjunkturen des Rassismus erarbeitet und diskutiert werden. Ausgehend von der gesellschaftlichen Relevanz hinsichtlich einer multiperspektivischen Demokratisierung der Gesellschaft und Wissenschaft werden...
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Jetzt Lernplan erstellenIn diesem Seminar findet eine Auseinandersetzung mit der kritischen Rassismustheorie statt und es werden Verknüpfungen zu den aktuell dominierenden Konjunkturen des Rassismus erarbeitet und diskutiert werden. Ausgehend von der gesellschaftlichen Relevanz hinsichtlich einer multiperspektivischen Demokratisierung der Gesellschaft und Wissenschaft werden sowohl der Zusammenhang zu Gender und zu Themen der sozialen Ungleichheit erarbeitet sowie ein Perspektivenwechsel hin zu der der Migration untersucht. Zur Veranschaulichung werden wir neuere und klassische kritische Rassismustheorien vorstellen und auf einzelne aktuelle Rassismen heute eingehen: antimuslimischer Rassismus, Rassismus und Subproletariat, Rassismus und die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise, Migration und Gentrifizierung, Migration/Soziale Ungleichheit und Bildung.
Unser Seminar orientiert sich an folgenden didaktischen Ansätzen: Wir arbeiten disziplinenüberschreitend: Wir werden soziologische Texte lesen, aber auch ethnographische Stadtspaziergänge machen. Wir legen Wert auf den Einsatz von Multimedia und Gruppenarbeit in den Seminaren. Didaktisch arbeiten wir mit Ansätzen der queer-feministischen und anti-rassistischen Pädagogik. Der pädagogische Wert unseres didaktischen Portfolios liegt darin, dass insbesondere angehende Lehrerinnen und Lehrer mit interkulturell-pädagogischem Wissen ihre Arbeit in migrantischen wie auch nicht migrantisch geprägten Schulen und Städten aufnehmen können.
In der ersten Phase des Seminars wird in einer historischen Analyse eine spezifische Konjunktur des Rassismus in Deutschland zu Zeiten der fordistischen Produktion als gesellschaftlich-soziales Verhältnis vorgestellt . Dabei bedarf es auch eines Perspektivwechsels, der den migrantischen sozialen Widerstand in die Analyse des Rassismus einrückt, denn die Kämpfe der Migration sind wesentlicher Bestandteil der Durchsetzung wie auch der Reorganisation von Rassismus als auch der Auseinandersetzung um diesen als soziales Verhältnis. Eine Analyse des Rassismus als soziales Verhältnis erschließt also nicht nur die Migration und Konjunkturen des Rassismus, sondern ebenso die Organisierung der MigrantInnen im Verhältnis zur staatlichen Migrationspolitik als umkämpfte Praxis.
In der späteren Phase werden wir uns mit der konkreten Frage im Seminar auseinandersetzen: wie sieht die aktuelle Konjunktur rassistischer Verhältnisse aus? Der Integrationsdiskurs scheint sich immer fester durchzusetzen. Davon bleiben selbst kritische Kreise nicht unberührt. Kann man vor diesem Hintergrund noch von Rassismen sprechen und welches sind dann seine neuen Konjunkturen? Wie also können wir die aktuellen rassistischen Diskurse und konkreten Ausgrenzungspolitiken gesamtgesellschaftlich verstehen?
Bildungswissenschaften
abgeschlossenes Grundstudium
Universität Duisburg-Essen
WS 2013/14
Dr.
Tas Savas