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Uni-Essen
14. März 2017

Blockseminar neu 14.09 Bildungsprozesse und biographische Krisen ESL 4.1 UP Modul 7.1

Flächendeckende Leistungsstanderhebungen (IGLU, PISA u.a.) zeigten, dass Bildungserfolg gerade in Deutschland in hohem Maße abhängig ist von der sozialen und von der regionalen Herkunft. Aus der Bildungsforschung wissen wir, dass diese Abhängigkeit vermittelt wird durch schulische Benachteiligungs- und Bevorzugungsmechanismen, durch...

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Flächendeckende Leistungsstanderhebungen (IGLU, PISA u.a.) zeigten, dass Bildungserfolg gerade in Deutschland in hohem Maße abhängig ist von der sozialen und von der regionalen Herkunft. Aus der Bildungsforschung wissen wir, dass diese Abhängigkeit vermittelt wird durch schulische Benachteiligungs- und Bevorzugungsmechanismen, durch herkunftsabhängige Leistungsbeurteilung und – noch gravierender – durch leistungsunabhängige Zuweisung schulischer Laufbahnen, die sehr unterschiedliche Bildungs- und Lebenschancen eröffnen. Die Ursachen für unterschiedlichen Bildungserfolg sind aber durch statistische Tendenzen und an Statuspassagen greifende Mechanismen nicht erschöpfend zu erklärbar. Im Seminar werden den Lebensverlauf und markante Lebensereignisse fokussierende Theorien herangezogen, um Scheitern und Gelingen von Schulkarrieren in der Dialektik von Prozessen und Brüchen interpretieren zu können. Anhand von Fallstudien wird zudem konkret illustriert, wo genau die ausschlaggebenden Brüche liegen, unter welchen Vorrausetzungen bestimmte Ereignisse als Krisen wahrgenommen werden und warum Krisen ggf. nicht bewältigt werden können. Der Blick auf Kritische Lebensereignisse kann zur Erklärung herkunftsuntypischer Bildungsverläufe (Auf-/Abstiegskarrieren) und insbesondere von extremer Bildungsarmut (kein Schulabschluss/funktionaler Analphabetismus) entscheidend beitragen. Die Lebenssituation und die Lebenspläne von Schülern bedrohende, emotional aufwühlende und forciertes Bewältigungshandeln erfordernde Verdichtungen entwicklungsbedeutsamer Prozesse sind darum ein Dreh- und Angelpunkt der Seminararbeit. Ziel der Veranstaltung ist, einen Überblick über den Forschungsstand zu Bildungsverläufen, zu Bildungsbarrieren sowie zur Lebensereignis- und Bewältigungsforschung zu vermitteln, Zusammenhänge und Synergien interdisziplinärer Ansätze in diesem Themenbereich aufzuzeigen und schließlich für die vielfältigen Hintergründe mit oft kumulativen Problemlagen von Schülerinnen und Schülern zu sensibilisieren. Das Seminar wird als Blockveranstaltung im Januar angeboten. Die Einführungsveranstaltung findet in der ersten Vorlesungswoche statt. Voraussetzungen für die Teilnahme sind ein abgeschlossenes Grundstudium, Erarbeitung und Vorstellung eines (Gruppen-)Referats, sowie Bereitschaft zu Diskussion (ggf. Mitmoderation) von Texten auf sehr verschiedenem Abstraktionsniveau (Von Gesellschaftstheorie bis zur Fallstudie). Als Prüfungsleistung ist in Referat mit Ausarbeitung vorgesehen. Wahrnehmung aller (5) Termine und einer Sprechstunde (Termin nach Vereinbarung) zur Referatsvorbesprechung sind obligatorisch. Lektüre wird bei der Einführungsveranstaltung bekanntgegeben. Bildungswissenschaften abgeschlossenes Grundstudium Universität Duisburg-Essen WS 2010/11 ESL, Erziehungswiss. Studium für Lehrämter Linthorst Katrin