Uni-Hannover
14. März 2017Kultursoziologie des Körpers und Sports A
-Fit statt fett- - Fitness als Inklusionsprämisse? Durch einen nationalen Aktionsplan wie -Fit statt fett- (2007) sollten Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Deutschen bis zum Jahr 2020 verbessert werden. Politiker_innen appellieren an die Bundesbürger_innen sich gesünder zu ernähren und mehr zu...
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Jetzt Lernplan erstellen-Fit statt fett- - Fitness als Inklusionsprämisse?
Durch einen nationalen Aktionsplan wie -Fit statt fett- (2007) sollten Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Deutschen bis zum Jahr 2020 verbessert werden. Politiker_innen appellieren an die Bundesbürger_innen sich gesünder zu ernähren und mehr zu bewegen. Durch diese und die Folgekampagne wie -Gesundheit durch Ernährung und Bewegung- oder seit 2009 -IN FORM- oder -Kinder IN FORM wird deutlich, dass Gesundheit keine Privatsache mehr ist und der Staat sich zunehmend in das Gesundheits-, Ernährungs- und Bewegungsverhalten seiner Bürger_innen einmischt. Auch wenn es zunächst nur darum ging, Rahmenbedingungen für gesellschaftliches Handeln zu setzen und keine gesetzlichen Maßnahmen gegen -Dicke- ergriffen wurden, tragen diese Kampagnen zur Stigmatisierung übergewichtiger Menschen bei.
Neben der kritischen Diskursanalyse der Kampagnen und ihrer medialen Realisierungen, geht es in dem Seminar um die Frage, ob Fitness eine Inklusionsprämisse geworden ist und wie diese definiert wird?
Moderne Gesellschaften zeichnen sich durch Expansion, Optionenvielfalt, Individualisierung und Machbarkeit aus (Giddens 1995). Gefragt werden soll, ob diese Merkmale auch für den gesellschaftlichen Bereich der Gesundheit gelten? Die gegenwärtige Auffassung von Gesundheit, ist nach Kickbusch die der grenzenlosen, allgegenwärtigen, machbaren und individuell kontrollierbaren (Kickbusch 2006, 10). Dem Gesundheitsdiskurs folgend, soll die zunehmende Medikalisierung und (Selbst-) Optimierung des Körpers und die Kontrolle und Sanktionierung von Abweichungen in dem Seminar thematisiert und historisch rekonstruiert werden (Foucault 2006).
Der Diskurs über gesellschaftliche Ungleichheit wird zunehmend über die Gesundheit und ihre Kosten geführt. Doch ist dies der Weg in eine -inklusive- Gesellschaft?
Das Seminar findet als Block am Mittwoch, 03.02.16 von 14-17 Uhr sowie Donnerstag und Freitag, 04. und 05.02.16 jeweils von 9-13 und 14-17 Uhr statt.
Bröckling U. (Hg.) (2000): Gouvernementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen, Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Foucault, M. (2006): Geschichte der Gouvernementalität. Bd.II. Die Geburt der Biopolitik, Vorlesung am College de France, Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Giddens, A. (1995): Konsequenzen der Moderne. Frankfurt/M.: Suhrkamp
Hurrelmann, K. (2006): Gesundheitssoziologie, München: Juventa Verlag.
Lemke, T. (2007): Biopolitik zur Einführung,Hamburg:Junius.
Kickbusch, I. (2006): Die Gesundheitsgesellschaft. Megatrends der Gesundheit und deren Konsequenzen für Politik und Gesellschaft, Gamburg: Verl. für Gesundheitsförderung.
Sport, Prüfungspool
Universität Hannover
WiSe 2015/16
Prof. Dr. phil.
Günter Sandra phil