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Uni-Essen
14. März 2017

Blockseminar Philosophische Probleme der menschlichen Freiheit AUSGELASTET

Inhalte: Zu unserem Selbstverständnis als denkende und handelnde Wesen gehört, dass wir uns grundsätzlich als freie und zudem wenigstens manchmal rational verfahrende Wesen betrachten. Zwar ist uns einerseits bewusst, dass wir immer wieder durch bestimmte äußere Umstände (Erziehung, soziale und...

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Inhalte: Zu unserem Selbstverständnis als denkende und handelnde Wesen gehört, dass wir uns grundsätzlich als freie und zudem wenigstens manchmal rational verfahrende Wesen betrachten. Zwar ist uns einerseits bewusst, dass wir immer wieder durch bestimmte äußere Umstände (Erziehung, soziale und psychologische Zwänge, berufliche Notwendigkeiten etc.) in unserer Handlungsfreiheit beschränkt werden, doch kann man sich andererseits nur dann als eingeschränkt oder fremdbestimmt fühlen, wenn man sich im Normalfall als -eigentlich- frei ansieht. Dieser Gedanke ist nicht nur intuitiv einleuchtend, sondern die Annahme der menschlichen Freiheit ist auch entscheidend für unser moralisches Bewusstsein sowie das Rechtssystem: Keine individuelle moralische Verantwortung ohne vorausgesetzte Freiheit, keine sinnvolle rechtliche Verurteilung bzw. Bestrafung ohne die Idee, das die entsprechende Person auch hätte anders handeln können. Wieso sollte man andernfalls nicht auch den Stein vor Gericht zerren, der beim zufälligen Herunterrollen von einem Berg einen Passanten getötet hat? Auch wenn jedoch die Idee der grundsätzlichen Freiheit des Menschen in unserem Alltagsdenken und auch den Wissenschaften eine unverzichtbare Rolle spielt, ist zugleich ebenso auffällig, dass dieses Menschenbild insbesondere in den letzten Jahrzehnten z. B. von einigen einflussreichen Neurowissenschaftlern massiv kritisiert wurde und zunehmend wird: Eine Grundthese dieser Wissenschaftler besteht in der Behauptung, man könne mittlerweile aufgrund der immer mehr verfeinerten Untersuchung der Gehirnmechanismen sicher sagen, dass wir Menschen tatsächlich unfrei und unsere Handlungen nicht frei gewählt, sondern unabänderliche Konsequenzen ebenso unabänderlicher anderer physiologischer Prozesse seien. Dabei scheut man sich z. B. auch teilweise nicht, radikale Konsequenzen für unser Rechtssystem zu ziehen und das Ende jeglicher moralischen Verantwortlichkeit zu verkünden. In diesem Seminar werden wir uns sowohl klassische wie moderne philosophische Entwürfe zur menschlichen Freiheit anschauen und vor diesem Hintergrund die wichtigsten neurowissenschaftlichen Thesen und Forschungsresultate kennen lernen und kritisch diskutieren. Die uns begleitende Kernfrage wird darin bestehen, ob man das Freiheitsproblem tatsächlich auf rein biologischem Weg lösen kann. Sem.App. Nr. 189, Bambauer, Essen UB GW/GSW, 2. OG http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-21340 (zusammen mit Unterlagen aus 0809 zur Reliphilo) Institut für Optionale Studien IOS Diese Lehrveranstaltung ist im Modul E3 nicht geeignet für Studierende des Fachs Philosophie. Entweder ein Referat (15-20 Min.) inkl. Handout (1-2 S.) oder eine Hausarbeit mit mindestens 5 Seiten Umfang (3 Credits) oder eine Hausarbeit mit mindestens 18 Seiten Umfang (5 Credits) In E3-Veranstaltungen ist die regelmäßige, aktive Teilnahme mit angemessener Vor-/Nachbereitung Voraussetzung, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Geduldet wird im IOS eine entschuldigte (!) Fehlzeit von max. 2x2 SWS bei regulären wöchentlichen Veranstaltungen. Universität Duisburg-Essen SS 2009 Bachelor, Bachelor Dr. Bambauer Christoph