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Uni-Dortmund
14. März 2017

Blockseminar Poetikum Poetische Kalküle von der der Antike bis ins 21 Jahrhundert

Unter dem aus der digitalen Codepoesie entlehnten Begriff des ‚exe.cut[up]able statement‘ subsumiert der Literatur- und Medienwissenschaftler Florian Cramer all jene literarischen Phänomene, die nach spezifischen logarithmischen Verfahrensweisen erzeugt sind und damit zum Bereich der sog. ‚kalkülsprachlichen Dichtung‘ gehören. In diesem...

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Unter dem aus der digitalen Codepoesie entlehnten Begriff des ‚exe.cut[up]able statement‘ subsumiert der Literatur- und Medienwissenschaftler Florian Cramer all jene literarischen Phänomene, die nach spezifischen logarithmischen Verfahrensweisen erzeugt sind und damit zum Bereich der sog. ‚kalkülsprachlichen Dichtung‘ gehören. In diesem Sinn stellen poetische Kalküle eine Sonderform der experimentellen Literatur dar, deren Tradition bis in die Antike bzw. zu den sprachmagischen Texten der Kabbala zurückreicht und sich in der regelgeleiteten Textproduktion des Barock und schließlich der konkreten Poesie des 20. Jahrhunderts fortsetzt. In deren aktuellen Erscheinungen wie der Biopoesie des Brasilianischen Konzeptkünstlers Eduardo Kac oder der Codepoesie der Australischen Netzkünstlerin mez wird ein Kulminationspunkt der kalkülsprachlichen Dichtung erreicht, weil deren Kernidee, das Phantasma eines selbstausführenden Textes, mit dem Computer erstmalig in evidenter Weise umgesetzt werden kann – nämlich als programmierter Text, der performativ das ausführt, was ihm eingeschrieben ist. Im Seminar soll die literarhistorische Entwicklung der kalkülsprachlichen Dichtung von der Antike bis ins 21. Jahrhunderts nachgezeichnet werden. Durch die gemeinsame Analyse einschlägiger Textbeispiele werden die verfahrenstechnischen Besonderheiten kalkülsprachlicher Dichtung erarbeitet und nachvollzogen. Referatsthemen werden bei der obligatorischen Vorbesprechung vergeben. Ergänzend zu diesem Seminar wird die Teilnahme an der Kompaktveranstaltung -Poetikum. Praxis des poetischen Kalküls- empfohlen. Lektürehinweise zur Vorbereitung: Cramer, Florian: Exe.cut[up]able statements. Poetische Kalküle und Phantasmen des selbstausführenden Texts. München: Fink, 2011 (zugl.: Diss., FU Berlin, 2006); Pfeiler, Martina: Poetry Goes Intermedia. US-amerikanische Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts aus kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive. Tübingen: Francke, 2010; Arns, Inke: -Texte, die (sich) bewegen: Zur Performativität von Programmiercodes in Netzkunst und Software Art-. In: Arns, Inke/Goller, Mirjam/Strätling, Susanne/Witte, Georg (Hgg.): Kinetographien. Bielefeld: Aisthesis, 2004 (= Schrift und Bild in Bewegung 10). S. 57-78; Block, Friedrich W./Heibach, Christiane/Wenz, Karin (Hgg.): p0es1s. Ästhetik digitaler Poesie. Ostfildern-Tuit: Hatje Cantz, 2004; Kühn, Renate: Das Rosenbeartlein-Experiment. Studien zum Anagramm. Bielefeld: Aisthesis, 1994. Institut für deutsche Sprache und Literatur Technische Universität Dortmund SoSe 2013 Deutsch BaMa 2005 (Bachelor) Jablonski Nils