Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Sicherung der Daseinsvorsorge in dünnbesiedelten Räumen mit Bevölkerungsrückgang
Unter Daseinsvorsorge versteht man die Versorgung der Bevölkerung mit Infrastrukturgütern, die für die Teilhabe an einem zeitgemäßen Leben mit Bildung, Gesundheit, Kommunikation, Mobilität Versorgung, Sicherheit und Kultur erforderlich sind. Konkret geht es um Schulen, ärztliche Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen Nahverkehr, Wasserver-...
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Jetzt Lernplan erstellenUnter Daseinsvorsorge versteht man die Versorgung der Bevölkerung mit Infrastrukturgütern, die für die Teilhabe an einem zeitgemäßen Leben mit Bildung, Gesundheit, Kommunikation, Mobilität Versorgung, Sicherheit und Kultur erforderlich sind. Konkret geht es um Schulen, ärztliche Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen Nahverkehr, Wasserver- und –entsorgung, Elektrizität, Post, Telekommunikation, Feuerwehr usw. Dieses weite Feld der Daseinsvorsorge hat sich ständig verändert. Organisatorische Konzentrationsprozesse, Privatisierungen sowie neue technische und organisatorische Entwicklungen haben immer wieder für Veränderungen gesorgt. In der jüngeren Zeit verschärft sich die Situation auch durch Veränderungen auf der Nachfrageseite. In Gebieten mit stark rückläufiger Bevölkerung und starken Verschiebungen in der Altersstruktur verringert sich die Nachfrage nach einzelnen Infrastrukturen so sehr, dass deren Bereitstellung in Frage gestellt wird. Typische Beispiele sind Schulschließungen, der Wegfall von Arztpraxen, das Einstellen von Buslinien oder Gebührenerhöhungen für öffentliche Leistungen. Besonders betroffen sind dünn besiedelte ländliche Regionen, in denen das Angebot aufgrund der Siedlungsstruktur eh dünn und weitmaschig ist. Hier entstehen rasch große Lücken im Daseinsvorsorgeangebot, wodurch die örtliche Lebensqualität und die Möglichkeit zur Teilhabe an den normalen Dingen des Alltags erheblich eingeschränkt werden kann. Besonders betroffen, ist der Nordosten Deutschlands, doch auch in den alten Bundesländern treten diese Folgen des demographischen Wandels immer mehr auf. Im Selbstverständnis deutscher Regionalentwicklungspolitik sind solche Entwicklungen nicht hinnehmbar. Die Daseinsvorsorge soll gesichert werden. Aber wie?
Mit dieser Aufgabe und Frage wird sich das Seminar beschäftigen. Dazu ist die Lehrveranstaltung in vier inhaltliche Schwerpunkte gegliedert:
I. In den ersten Sitzungen erfolgt eine Standortbestimmung, um die Kontexte des demographischen Wandels und die konkrete Betroffenheit in den dünn besiedelten Regionen herauszuarbeiten.
II. Die nächsten Sitzungen widmen sich dann der Analyse von Konzepten und Visionen. Was leisten die aktuellen Demographiestrategien und Programme zur Sicherung der Daseinsvorsorge? Welche neuen Denkanstöße liefern weitergehende Konzepten und Szenarien.
III. Im dritten Block werden verschiedene Handlungsfelder (Schule, Einzelhandel, Verkehr, Gesundheit) in den Blick genommen, für die alternative Lösungen des Daseinsvorsorgeangebotes entwickelt werden.
IV. Zum Schluss des Seminars sind einige Reflektionsrunden eingeplant. Zum soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit mehr Subsidiarität, Selbstverantwortung und zivilgesellschaftliches Engagement zur Lösung der Probleme beitragen kann. Zum anderen soll das Postulat der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in den Blick genommen werden.
Empfehlung vorbereitende Literatur zum Einstieg:
Sedlacek, P. Hg.: Daseinsvorsorge im demographischen Wandel. Strategien. Konzepte. Handlungsoptionen. Erfurt 2012. (Das Büchlein wurde von der Landeszentrale für politische Bildung in Thüringen herausgegeben und kann dort bestellt werden.)
Fachgebiet Volkswirtschaftslehre, insbesondere Raumwirtschaftspolitik
M.Sc. Raumplanung (2012): Das Seminar ist teilnahmebeschränkt (max. 25 Teilnehmer). Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss ist der Nachweis der aktiven Mitarbeit nach Prüfungsordnung bzw. Modulhandbuch. Es werden folgende Anforderungen (Studienleistung) gestellt:
In der Lehrveranstaltung sollen unterschiedliche Input- und Arbeitsformen gemischt werden. Deshalb wird eine kontinuierliche Arbeit der Studierenden über das ganze Semester hinweg erwartet (Lesen von Literatur, Vorbereitung von Inputs für die Diskussion, Gruppenarbeiten). Zusätzlich werden von jedem Teilnehmer ein Protokoll und zum Ende des Semesters eine schriftliche Reflexion verlangt.
M.Sc. Raumplanung (2008): Die Veranstaltung ist teilnahmebeschränkt. Voraussetzung für den Abschluss ist der Nachweis der erfolgreichen aktiven Mitarbeit. Daran werden die o. g. Anforderungen gestellt.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2013
Master Raumplanung (2008)
Prof. Dr.
Aring Jürgen