Blockseminar Quasi Experimentelle Methoden in der Linguistik
Experimentelle Methoden finden in immer weiteren Bereichen der Linguistik Anwendung, da die Grenzen introspektiver und der korpusbasierter Forschung deutlich werden. Diese Lehrveranstaltung will einen Einblick in (quasi-)experimentelle Methoden der Linguistik geben. Dabei werden unter (quasi)-experimentell recht großzügig alle Methoden verstanden,...
Was lernst du wirklich?
In diesem Seminar lernst du, wie man linguistische Fragestellungen mit experimentellen Methoden untersucht. Du erfährst, warum diese Ansätze wichtig sind, wie man Experimente plant, durchführt und auswertet, um fundierte Erkenntnisse über Sprache zu gewinnen. Am Ende kannst du eigene kleine Studien konzipieren und erste praktische Erfahrungen sammeln.
Das wirst du lernen
Du verstehst die Bedeutung und die Grenzen experimenteller Methoden in der Linguistik.
Du kannst Hypothesen für linguistische Studien präzise formulieren und operationalisieren.
Du kennst die Qualitätskriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) für experimentelle Designs und kannst sie anwenden.
Du erwirbst grundlegende Kenntnisse im Design und in der Auswertung linguistischer Experimente.
Du sammelst erste praktische Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung eigener kleiner Experimente.
Passende Berufsfelder
Akademische Forschung (Linguistik, Psycholinguistik, Kognitionswissenschaften)UX/UI Research und Usability TestingSprachtechnologie und Natural Language Processing (NLP)Markt- und MeinungsforschungKommunikationsberatung und -analyse
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Experimentelle Methoden finden in immer weiteren Bereichen der Linguistik Anwendung, da die Grenzen introspektiver und der korpusbasierter Forschung deutlich werden. Diese Lehrveranstaltung will einen Einblick in (quasi-)experimentelle Methoden der Linguistik geben. Dabei werden unter (quasi)-experimentell recht großzügig alle Methoden verstanden, die (meta-)sprachliche Sachverhalte unter Variation der ‚experimentellen‘ Bedingungen untersuchen. Die Lehrveranstaltung wird sich an Meindl (2011) orientieren.
Ein einfaches Experiment (angelehnt an Clark 1979, Experiment 5) wäre Folgendes. Wir haben die Annahme, dass Antworten auf Fragen immer die Frage genau beantworten. Um dies zu testen, gehen wir in mehrere Lehrveranstaltungen und fragen: -Kann ich hier eine Hausarbeit schreiben?- Die unter der Hypothese erwarteten Antworten wären: -Ja- und -Nein-. Angelehnt an Clarks Ergebnisse kann man aber erwarten, dass die Antwort meist umfänglicher ausfiele und im positiven Falle die Bedingungen und im negativen alternative Lehrveranstaltungen genannt werden. Damit wäre die vielleicht zunächst plausibel erscheinende Hypothese widerlegt.
In der Lehrveranstaltung wären dann Begriffe wie Hypothese, meist etc. zu präzisieren, und es wäre zu überlegen, welches Qualitäts-Anforderungen sind, unter denen ein Experiment linguistisch interessant ist und für die Theoriebildung ‚ernstgenommen‘ werden kann (klassische Kriterien sind Objektivität, Reliabilität, interne und externe Validität). Darüberhinaus werden wir einige grundlegende Techniken des Designs und der Auswertung linguistischer Experimente kennenlernen und ihre Anwendungsgebiete und Reichweite kritisch betrachten. Ein Schwerpunkt bei den Beispielen wird auf der formalen Semantik und Pragmatik und der Moses-Illusion liegen.
In betreuten Beispielprojekten werden Sie dann (erste) Erfahrungen mit Experimenten machen. Eigene Ideen zu Experimenten sind dementsprechend herzlich willkommen!
Germanistik
Universität Duisburg-Essen
WiSe 2016/17
Dr.
Fisseni Bernhard