Uni-Hannover
14. März 2017BM Mittelalter des heiligen Romischen richs daz leider an allin enden zerrissen virfallin und entwert ist Die Reichsreformen des späten Mittelalters
Während das Interregnum (1250-1273) eine allgemeine Unsicherheit in Hinblick auf die Zentralgewalt des Mittelalters hinterließ, folgte auf das große Schisma (1378-1417) theologische Orientierungslosigkeit im Abendland. Seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts treten somit immer mehr Schriften auf, die reformatorische Gedanken...
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Jetzt Lernplan erstellenWährend das Interregnum (1250-1273) eine allgemeine Unsicherheit in Hinblick auf die Zentralgewalt des Mittelalters hinterließ, folgte auf das große Schisma (1378-1417) theologische Orientierungslosigkeit im Abendland. Seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts treten somit immer mehr Schriften auf, die reformatorische Gedanken sowohl zum Reich als auch zur Kirche zur Diskussion stellen. Gleich zu Beginn seiner Regierung, am 30. Januar 1412, spricht König Sigmund somit von -des heiligen Romischen richs, daz leider an allin enden zerrissen virfallin und entwert ist- (DtRTA Ä.R. VII, Nr. 125) und gibt damit den entscheidenden Anstoß zur Reichsreform (Angermeier). Zwar war -die (große) Reichsreform- stets ein zentrales Schlagwort, ja sogar Mittel der spätmittelalterlichen Politik gewesen, doch lässt sie sich zeitlich vor allem im 15. Jahrhundert greifen. Ihren Höhepunkt fand die Reichsreform dann am Ende des Jahrhunderts auf dem Reichstag zur Worms 1495.
Da sich die Veranstaltung vornehmlich an Studienanfänger richtet, soll das komplexe rechtsgeschichtliche Thema der Reichsreformen des späten Mittelalters auf den Zeitraum vom abendländischen Schisma bis zur Regierung Maximilians I. beschränkt werden (ca. 1400-1500). Im Fokus des Seminars stehen somit vor allem die Herrschaftszeiten Sigmunds und Friedrichs III., doch lädt das Thema darüber hinaus zu verschiedensten Streifzügen durch die großen Themenfelder der Mediävistik ein. Des Weiteren wird die Veranstaltung durch ein obligatorisches Tutorium ergänzt, das Basiswissen des wiss. Arbeitens vermittelt und einzelne Teilaspekte des Seminars vertieft.
Allgemein: Goetz, Hans-Werner, Proseminar Geschichte Mittelalter, 3. Aufl. Stuttgart 2014; Hilsch, Peter, Das Mittelalter – die Epoche, 2. Aufl. Konstanz 2012. Überblick: Coing, Helmut, Epochen der Rechtsgeschichte in Deutschland, 3. Aufl. München 1976; Kroeschell, Karl / Cordes, Albrecht / Nehlsen-von Stryk, Karin, Deutsche Rechtsgeschichte Bd. 2 – 1250-1650, 9. Aufl. Köln 2008; Willoweit, Dietmar, Deutsche Verfassungsgeschichte – Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung Deutschlands, 6. Aufl. München 2009. Speziell: Angermeier, Heinz, Begriff und Inhalt der Reichsreform, in: ZRGgerm 75, S. 181-205; Ders., Die Reichsreform 1410-1555 – Die Staatsproblematik in Deutschland zwischen Mittelalter und Gegenwart, München 1984; Helm, Claudia (Katalogred.), 1495 – Kaiser, Reich, Reformen: Der Reichstag zu Worms 1495 (Katalog zur Ausstellung des Landeshauptarchivs Koblenz in Verbindung mit der Stadt Worms zum 500jährigen Jubiläum des Wormser Reichstags von 1495; hrsg. von der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz), Koblenz 1995; Prietzel, Malte, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter, Darmstadt 2004; Seibt, Ferdinand / Eberhard, Winfried (Hrsg.), Europa 1400 – Die Krise des Spätmittelalters, Stuttgart 1984.
Sonderpädagogik, Master LA Sonderpädagogik
Die Modulabschluss-Klausur ist für die 5. Kalenderwoche 2017 geplant und findet entsprechend zum letzten regulären Seminartermin statt.
Für dieses Basisseminar gilt ein gesondertes Anmeldeverfahren! Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Website des Historischen Seminars unter der Adresse http://www.hist.uni-hannover.de/anmeldung_basismodule.html
Die Öffnung für Juniorstudent/innen kann nur bei ausreichender Kapazität gewährleistet werden.
Universität Hannover
WiSe 2016/17
Geschichte, Master LA Gymnasium
Daniel
Kaune M Ed Daniel