Uni-Hannover
14. März 2017BM Mittelalter Friedrich III Die Habsburger und das Reich
Kaum etwas kündete im Jahr 1462 vom kommenden habsburgischen Weltreich des 16. Jahrhunderts unter Kaiser Karl V. Ganz im Gegenteil: Weder war es seinem Urgroßvater, Kaiser Friedrich III., gelungen, das Erbe seiner Vorgänger in den Königreichen Ungarn und Böhmen anzutreten,...
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Jetzt Lernplan erstellenKaum etwas kündete im Jahr 1462 vom kommenden habsburgischen Weltreich des 16. Jahrhunderts unter Kaiser Karl V. Ganz im Gegenteil: Weder war es seinem Urgroßvater, Kaiser Friedrich III., gelungen, das Erbe seiner Vorgänger in den Königreichen Ungarn und Böhmen anzutreten, noch war er in der Lage, entscheidend auf die Geschicke des Heiligen Römischen Reiches einzuwirken. Zwischen 1444 und 1471 verweilte der Kaiser ganze 27 Jahre lang überhaupt nicht in den engeren deutschen Landen des Binnenreichs. Grund hierfür waren die Verwicklungen in den österreichischen Erblanden, die Friedrich dort vollständig einnahmen. Und auch hier standen die Vorzeichen schlecht: Von seinem Bruder Albrecht VI. und den donauösterreichischen Ständen in der Wiener Burg belagert, gelang es dem Kaiser nur mit Hilfe des böhmischen Königs Georg Podiebrad sich aus dieser misslichen Lage zu befreien.
Als einer der vielen krisenhaften Momente der Regierung Friedrichs III. veranschaulicht diese Episode nicht nur die Instabilität der habsburgischen Herrschaft dieser Zeit, sondern verweist auch auf die chronische -Überforderung- der Herrscher des Reichs im 15. Jahrhundert. Die umfassenden Aufgaben (u.a. in den Bereichen Recht, Verwaltung, Militär / Friedenswahrung) ließen sich kaum lösen, da keine entsprechenden Machtmittel zur Verfügung standen. Das Bewusstsein für diese seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten latenten strukturellen Mängel kulminierte während der 53-jährigen Herrschaft Friedrichs III. und führte unter außenpolitisch-militärischem Druck (Osmanen, Ungarn, Burgund) in mancherlei Hinsicht zu tiefgreifenden Veränderungen; wenngleich man in vielen Bereichen noch am obligatorischen Konsens von Fürsten, Herren und Städten scheiterte.
Im Seminar werden wir uns nach einer allgemeinen Einführung in die mittelalterliche Geschichte zunächst mit Herkunft und Geschichte der habsburgischen Dynastie beschäftigen. Darauf aufbauend werden einige ausgewählte Entwicklungslinien der Herrschaft Friedrichs III. thematisiert, um deren Charakter als -Übergangszeit- (-Ende des Mittelalters-?) kritisch zu hinterfragen. Aufgabe und Ziel des Basisseminars wird es dabei sein, in Geschichte und Grundlagen des (Spät-)Mittelalters einzuführen sowie Methodik, Hilfsmittel und die wissenschaftliche Arbeitsweise zu vermitteln. Zum Seminar gehört verpflichtend ein Tutorium.
Allgemein: Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte Mittelalter, Stuttgart ³2014; Hilsch, Peter: Das Mittelalter – die Epoche, Konstanz ²2012.
Überblick: Koller, Heinrich: Kaiser Friedrich III., Darmstadt 2005; Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III., Stuttgart 1994; Meuthen, Erich: Das 15. Jahrhundert, überarb. v. Claudia Märtl (OGG, 9), München 52012.
Sonderpädagogik, Master LA Sonderpädagogik
Für dieses Basisseminar gilt ein gesondertes Anmeldeverfahren! Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Website des Historischen Seminars unter der Adresse http://www.hist.uni-hannover.de/anmeldung_basismodule.html
Universität Hannover
WiSe 2016/17
Geschichte, Master LA Gymnasium
Christopher
Folkens M.A Christopher