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Uni-Hannover
14. März 2017

Das Buch im 18 Jahrhundert 8211 Materialität Medialität literarische Reflexion

Das Buch ist das vermutlich wichtigste Medium der letzten 500 Jahre. Es hat entscheidend unsere Begriffe von Wissen, Literatur, Tradition, ja von Kultur überhaupt geprägt. Und es prägt die Literatur in vielfältiger Weise. Die gilt ironischerweise gerade heute, wo wirkungsmächtige...

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Das Buch ist das vermutlich wichtigste Medium der letzten 500 Jahre. Es hat entscheidend unsere Begriffe von Wissen, Literatur, Tradition, ja von Kultur überhaupt geprägt. Und es prägt die Literatur in vielfältiger Weise. Die gilt ironischerweise gerade heute, wo wirkungsmächtige Alternativen zum gedruckten Buch und andere, vor allem digitale Informationsmedien aufgekommen sind (ein Beispiel ist der Roman S. von J.J. Abrams und Doug Dorst, 2013). Das Seminar will in eine Zeit schauen, in der das gedruckte Buch keineswegs neu wird, aber gleichwohl zum Katalysator rasanter Entwicklungen: das 18. Jahrhundert. Die Herausbildung eines modernen Begriffs von Literatur ist eng mit Faktoren verbunden wie der Entwicklung des Buchmarktes oder der Alphabetisierung größerer Bevölkerungsschichten. Literarische Werke sind in Praktiken eingebunden, die ihre Gestalt mit prägen: Korrektur, Satz, Druck, Bindung, Vertrieb und Buchhandel. Gleichzeitig wird um die Jahrhundertwende 1800 auch diskutiert, wie eigentlich die Rechte an einem Werk aussehen und wer aus welchen Gründen über sie verfügt. Themen des Seminars sollen sein: - Wie wird ein Buch im 18. Jahrhundert hergestellt, wie wird es vertrieben und verkauft? - Warum versuchen Autoren am Ende des 18. Jahrhunderts verstärkt im Selbstverlag zu publizieren? - Welche Funktionen hat (Druck-)Schriftlichkeit für die Funktionsweise einer Kultur? - Wie verändern sich im 18. Jahrhundert Lektürepraktiken (etwa: still / laut) und welche Auswirkungen haben sie jeweils auf den Literaturbegriff? - Wie entsteht Anfang des 19. Jahrhunderts ein Begriff von ‚geistigem Eigentum‘ – und welchen Status hatte das geschriebene (bzw. gedruckte) Werk vorher? - Und schließlich: Wie werden Materialität und Medialität des Buches in der Literatur selbst reflektiert? Das Seminar ist als Blockseminar angelegt. In einer ersten Sitzung (14.4.2016, 14-16 Uhr) soll der Seminarplan vorgestellt werden. Um eine Durchführung des Blockseminars sicherzustellen, müssten Sie hier verbindlich Ihre Teilnahme an dem Seminar erklären und verbindlich Arbeitsaufträge übernehmen. Das eigentliche Seminar wird an zwei Wochenenden (27./28.5. und 17./18.6.) stattfinden, jeweils Freitag 14 bis 18 Uhr und Sa. 9 bis 16 Uhr. Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, MA Teilnehmerzahl: 30. Universität Hannover SoSe 2016 Deutsch, Master LA Gymnasium PD Dr. Dehrmann Mark Georg