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Uni-Siegen
14. März 2017

Das Kreuz Ärgernis Torheit Heil der Welt

Diverse Kruzifixurteile in Deutschland und Europa, die Aufregung um die Äußerung der niedersächsischen Integrationsministerin über Kruzifixe in deutschen Schulen, der Skandal um die Aberkennung (und dann wieder Zuerkennung) des Hessischen Kulturpreises an Navid Kermani aufgrund von dessen vermeintlicher Kreuzeskritik -...

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Diverse Kruzifixurteile in Deutschland und Europa, die Aufregung um die Äußerung der niedersächsischen Integrationsministerin über Kruzifixe in deutschen Schulen, der Skandal um die Aberkennung (und dann wieder Zuerkennung) des Hessischen Kulturpreises an Navid Kermani aufgrund von dessen vermeintlicher Kreuzeskritik - diese und andere Vorgänge zeigen, dass das Kreuz nach wie vor (und vielleicht zunehmend?) für gesellschaftspolitischen Zündstoff sorgt. Doch ist das Zentralsymbol des Christentums heutzutage keineswegs nur -den Juden ein Ärgernis, den Heiden eine Torheit- (so der Apostel Paulus in 1Kor 1,23), auch vielen Christen ist das Kreuz, eine das Kreuz als Heilszeichen bedenkende Theologie und eine am Gekreuzigten ausgerichtete Spiritualität fremd geworden, unverständlich, unheimlich, gefährlich. In dem Seminar wollen wir uns in erster Linie historisch und exegetisch mit dem Kreuz befassen. Zunächst soll der archäologische und der literarische Befund zur Kreuzigungsstrafe in der Antike gesichtet werden. In einem zweiten Teil geht es um die literarischen Darstellungen der Kreuzigung Jesu, die Passionsberichte, an die auch historische (auch rechtsgeschichtliche) Rückfragen zu stellen sind. Im dritten Teil des Seminars werden dann exemplarisch frühchristliche -Kreuzestheologien- (insbesondere die des Paulus) untersucht. Dabei geht es nicht allein um deren inhaltlich-theologische Rekonstruktion, sondern auch um die Frage, was die Verkündigung eines auferstandenen Gekreuzigten im sozialen und politischen Kontext der antiken Mittelmeergesellschaften bedeutete. Literatur (zur Einführung) Baudler, G., Das Kreuz: Geschichte und Bedeutung, Düsseldorf 1997. Chapman, D.W., Ancient Jewish and Christian Perceptions of Crucifixion (WUNT II/244), Tübingen 2008. Dettwiler, A. / Zumstein, J., Kreuzestheologie im Neuen Testament (WUNT 151), Tübingen 2002. Frey, J. (Hg.), Deutungen des Todes Jesu im Neuen Testament. Unveränd. Studienausg (UTB 2953), Tübingen 2007. Heid, S., Kreuz, Jerusalem, Kosmos. Aspekte frühchristlicher Staurologie (JAC Erg. 31), Münster 2001. Hengel, M., Mors turpissima crucis. Die Kreuzigung in der antiken Welt und die -Torheit- des -Wortes vom Kreuz-, in: J. Friedrich et al. (Hrsg.), Rechtfertigung (FS E. Käsemann), Tübingen/Göttingen 1976, 125-184. Hengel, M., Crucifixion in the ancient world and the folly of the message of the cross, Philadelphia 1989. Jeremias, J., Golgotha (Angelos Beihefte 1), Leipzig 1926. Kuhn, H.W., Die Kreuzesstrafe während der frühen Kaiserzeit. Ihre Wirklichkeit und Wertung in der Umwelt des Urchristentums, in: ANRW II 25/1 (1982) 648-793. Prieur, J.-M., Das Kreuz in der christlichen Literatur der Antike (Traditio Christiana 14), Bern etc. 2006. Taylor, J.E., Golgotha. A Reconsideration of the Evidence for the Sites of Jesus' Crucifixion and Burial, in: NTS 44 (1998) 180-203. Tzaferis, V., Crucifixion - The Archaeological Evidence. Remains of a Jewish Victim of Crucifixion Found in Jerusalem, in: BAR 2 (1985) 44-53. Weth, R. (Hg.), Das Kreuz Jesu: Gewalt, Opfer, Sühne, Neukirchen-Vluyn 2001. Katholische Theologie - Biblische Theologie Universität Siegen WiSe 2010/11 Univ.-Prof. Dr. Weidemann Hans Ulrich