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Uni-Siegen
14. März 2017

Das Loch Entität Phänomen und Narrativ

Wenn man erst einmal anfängt, über -Löcher- nachzudenken, fallen einem zahlreiche Erscheinungsformen und Beispiele in den unterschiedlichsten Kontexten ein. Das Motiv des Loches zieht sich durch die künstlerischen Gattungen Fotografie, Skulptur, Malerei, aber auch durch Film, Literatur, Graphic Novel, und...

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Wenn man erst einmal anfängt, über -Löcher- nachzudenken, fallen einem zahlreiche Erscheinungsformen und Beispiele in den unterschiedlichsten Kontexten ein. Das Motiv des Loches zieht sich durch die künstlerischen Gattungen Fotografie, Skulptur, Malerei, aber auch durch Film, Literatur, Graphic Novel, und Videospiel, worin das Loch entweder selbst -substantieller- Bestandteil des Kunstwerkes ist oder als Narrativ in dieses eingebunden wird. Das Loch ist durch die Umsetzung und Darstellung in diesen Medien ein Thema, das die Reflexion über die spezifischen medialen Grenzen und Möglichkeiten auf den ersten Blick nicht auszuloten scheint, denn eine wirkliche Substanz oder Materie hat und ist Loch keineswegs. Oder vielleicht doch? Daher ist es von Anfang an wichtig, das Loch sowohl als Affirmation (im Sinne von Inhalt), als auch als Negation (die Aufhebung von Inhalten) zugleich zu denken. Das Loch, lat. lacuna, bezeichnet einen umschlossenen, vermeintlich unbegrenzten und zumeist runden Hohlraum mit rätselhaftem Inhalt oder, in der Negation eines solchen, das Nichts. Dieses Paradoxon, das etwas gerade dadurch, dass es nichts ist, ist, wird geschaffen durch den materiellen Raum, den es umgibt. Das Loch ist ein Schwellenraum und wirkt im Modus des Verbergens und des Verborgenen auf sein Umfeld ein. Mögliche Diskussionsbeispiele im Seminar wären: Gary Nelson The Black Hole (1979), Yoko Ono -A hole to see the sky through- (1972/2013), Douglas Gordon -Self-Portraits of You and Me- (2000-2008), Ulrike Ottinger Prater (2007), Alberto Burri -Rosso Plastica- (1964), Caravaggio -Der ungläubige Thomas- (1601), Natalie Braun Barends -HHole for Mannheim- (2005), Anish Kapoor -Dirty Corner- (2015), -Silent Hill 4: The Room” (2004), Lewis Carroll’s -Alice’s Adventures in Wonderland” (1865), Yellow Submarine (1968). Weitere Vorschläge sind sehr willkommen! Roberto Casati & Achille C. Varzi, Holes and Other Superficialities, Massachusetts/London 1994. David & Stephanie Lewis, -Holes-, in: Australasian Journal of Philosophy, 48 (2) 1970, S. 206–212. Bernhard Siegert, -Türen. Zur Materialität des Symbolischen-, in: ZKM 1/2010, S. 151–170. Kunst, LA Bachelor BK, PO 2011 Scheinerwerb durch Referat und Hausarbeit. Universität Siegen WiSe 2015/16 Kunst, LA Bachelor HRSGe, PO 2011 Kunst, vertieftes Studium, LA Bachelor GS, PO 2011 M.A. Weleda Katrin M.A