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Uni-Siegen
14. März 2017

DDR Literatur betrieb Der Diskurs zur Klassik und Romantikrezeption

Politisch wie kulturell war die Phase der Konstituierung der Deutschen-Demokratischen Republik geprägt von den Versuchen der Herstellung eines breiten gesellschaftlichen Konsens - auf der Basis antifaschistisch-demokratischer Habitus. Hierzu wurde vor allem die kulturelle Einheit, im Rückgriff auf das - im...

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Politisch wie kulturell war die Phase der Konstituierung der Deutschen-Demokratischen Republik geprägt von den Versuchen der Herstellung eines breiten gesellschaftlichen Konsens - auf der Basis antifaschistisch-demokratischer Habitus. Hierzu wurde vor allem die kulturelle Einheit, im Rückgriff auf das - im offiziellen Duktus als von den Nationalsozialisten entstellt und instrumentalisiert beschriebene - humanistische Erbe der Weimarer Klassik bemüht. Die ungeheure Wertschätzung dieses (vermeintlichen) Erbes wurde in der Folge vielfach öffentlich zelebriert und gleichsam zu einem absolut konstitutiven (unantastbar scheinenden) kulturellen, gesellschaftlichen, nationalen Wert. Die gesellschaftlich-literarischen Werturteile der Weimarer und ihrer Bewunderer wurden lange Zeit übernommen und im Besonderen die Werke und Autoren der Romantik skeptisch betrachtet und/oder teils öffentlich diskreditiert. Erst in den frühen 1970er Jahren durchbrachen Diskussionen in diversen Zirkeln und Zeitschriften - unter anderem eine lange Debatte in Sinn und Form - diesen Konsens. Mit stellenweise unvorstellbarer ideologischer Borniertheit (und gleichsam intellektueller Brillanz) fochten Autoren, Künstler und Literaturwissenschaftler wie Stephan Hermlin, Peter Hacks, Wolfgang Harich oder Werner Mittenzwei um Stellenwert und Rezeption. In der Folge drängte die Romantik die Klassik im Rezeptionsraum DDR in den Hintergrund. Einige Jahre später veröffentlichte Peter Hacks seine bissig-kluge Abrechnung mit den alten und neuen Romantikern: -Zur Romantik- (2000). Im Seminar werden wir den Versuch unternehmen, die Grundlinien des damaligen Konflikts nachzuzeichnen und uns so ein Bild der Literatur- und Kulturgeschichte des anderen deutschen Staates zu machen. Die Teilnahme am Seminar bedingt ihre Bereitschaft ein gewisses Lesepensum in Kauf zu nehmen und auch vor anspruchsvolleren Texten nicht zurückzuschrecken! Die entsprechende Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben und (nach Möglichkeit) im Semesterapparat bereitgestellt. Germanistik - Neuere deutsche Literaturwissenschaft III Beachten Sie, dass Sie diesen Kurs nach den Prüfungsordnungen ab 2011 nicht besuchen dürfen, wenn Sie die für dieses Modulelement laut Fachspezifischen Bestimmungen und Modulhandbuch notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen. Universität Siegen SoSe 2014 Dipl.-Soz.päd. Gringmuth Sven Dipl Soz.päd