Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Siegen
14. März 2017

Der Römerbrief am griech Urtext

Mit seinem Brief an die Gemeinden in Rom, denen er bisher - bis auf wenige Ausnahmen - unbekannt ist, will sich der Apostel vorstellen und zugleich seinen geplanten Besuch in der Hauptstadt des Imperiums vorbereiten: die römischen Christen sollen ihn...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Mit seinem Brief an die Gemeinden in Rom, denen er bisher - bis auf wenige Ausnahmen - unbekannt ist, will sich der Apostel vorstellen und zugleich seinen geplanten Besuch in der Hauptstadt des Imperiums vorbereiten: die römischen Christen sollen ihn bei der geplanten Missionsreise nach Spanien unterstützen und ihm Begleitung mitgeben. Dies bedeutet zugleich, dass sie seinen Anspruch, -Apostel aller Heiden- zu sein, -unter denen auch ihr seid- (Röm 1,5f.), akzeptieren. Um die römischen Christen für diese -apostolische Partnerschaft- zu gewinnen, legt Paulus ausführlich und differenziert sein Evangelium dar. Vor Antritt seiner Romreise will der Apostel nach Fertigstellung des Briefes jedoch zunächst nach Jerusalem reisen, um die Kollekte seiner heidenchristlichen Missionsgemeinden an die dortige Urgemeinde zu übergeben. Deswegen prägt die Frage nach dem mosaischen Gesetz und nach dem Verhältnis von Israel und den Völkern im Licht des paulinischen Evangeliums den Brief im Ganzen. Der Römerbrief gehört zu den einflussreichsten Texten der Bibel. Immer wieder hat er in der Geschichte der Kirche dramatische Wirkung entfaltet. Indem er beispielsweise Luther zur sog. reformatorischen Erkenntnis verhalf, wurde zum Grunddokument der Reformation. In den letzten Jahren ist er wieder stark in die wissenschaftliche und kirchliche Diskussion geraten, da im Kontext der sog. -New Perspective on Paul- die traditionelle -lutherische- Deutung des Briefes und ihre Voraussetzungen und Implikationen massiv angefragt werden. Schließlich hat der Römerbrief im Kontext der (Wieder)Entdeckung der jüdischen Wurzeln der Kirche wieder ungeahnte Aktualität, da der -Apostel aller Heiden- hier sowohl seine eigene Identität als -Israelit, aus dem Samen Abrahams, vom Stamm Benjamin- (11,1) als auch die Ablehnung des Evangeliums durch die überwiegende Mehrheit seines Volkes, dem doch die Verheißungen Gottes gelten, reflektiert. Im Horizont dieser Diskussionen werden in der Vorlesung zentrale Texte des Briefes historisch und theologisch ausgelegt. Lit. (Auswahl): Haacker, K.: Der Brief des Paulus an die Römer (ThHKNT 6), Leipzig 32006. Jewett, R., Romans. A Commentary (Hermeneia), Minneapolis 2007. Schlier, H.: Der Römerbrief (HThK VI), Freiburg-Basel-Wien ³1987 [11977]. Theobald, M., Der Römerbrief (EdF), Darmstadt 2000. - Römerbrief I-II (SKK.NT 6,1/2), Stuttgart I ²1998, II 1993. Wengst, K., -Freut euch, ihr Völker, mit Gottes Volk!-. Israel und die Völker als Thema des Paulus - ein Gang durch den Römerbrief, Stuttgart 2008. Wilckens, U.: Der Brief an die Römer (EKK 6,1-3) Einsiedeln-Neukirchen I ²1987; II ³1993; III 1982. Zeller, D.: Der Brief an die Römer (RNT), Regensburg 1985. Katholische Theologie - Biblische Theologie Universität Siegen SoSe 2010 Univ.-Prof. Dr. Weidemann Hans Ulrich