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Uni-Siegen
14. März 2017

Der Süden Europas in der Krise Ursachen und Lösungsansätze

Die anhaltende Finanzmarkt-, Banken- und Staatsschuldenkrise in Europa beschäftigt nicht nur die Wirtschaftswissenschaft sondern auch die Politikwissenschaft. In diesem Seminar soll paradigmatisch anhand eines Vergleichs Spaniens, Italiens und Griechenlands, die jeweilige Schulden- und Staatskrise mit ihren spezifischen multikausalen Ursachen analysiert...

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Die anhaltende Finanzmarkt-, Banken- und Staatsschuldenkrise in Europa beschäftigt nicht nur die Wirtschaftswissenschaft sondern auch die Politikwissenschaft. In diesem Seminar soll paradigmatisch anhand eines Vergleichs Spaniens, Italiens und Griechenlands, die jeweilige Schulden- und Staatskrise mit ihren spezifischen multikausalen Ursachen analysiert werden. Ebenfalls sollen mögliche Lösungsansätze wie Spar- und Strukturreformen wie z.B. Entlassungen von Beamten und Privatisierungen von Staatseigentum diskutiert werden. Ausgehend von der Finanzmarktkrise in den USA 2007, traf die Krise auch weitere westliche Industrienationen in den Folgejahren. In Europa wurde vor allem die Staatsschuldenkrise ab 2009 in den südlichen Euro-Staaten am deutlichsten erkennbar. Als Ursachen falscher Haushaltspolitik werden immer wieder Missstände wie Korruption, Klientelismus und Nepotismus genannt. Trotz finanzieller Hilfspakete, diverser Reformversuche und drastischer Sparprogramme finden die Krisenländer nicht aus der Rezession heraus. Instabile Regierungen, sinkende Wirtschaftskraft, hohe Arbeitslosenzahlen, zahlreiche neue soziale Protestbewegungen und stetig anwachsende Auswanderungswellen junger arbeitsloser AkademikerInnen in wirtschaftsstärkere Staaten sind als Phänomene der Krise in allen zu untersuchenden Ländern sichtbar. Der Hauptfokus im Seminar liegt auf der Analyse der Staaten und ihrer Handlungsmöglichkeiten, zentral sind dabei die Regierungen und die Parteien. Daneben werden auch andere Akteure wie die ökonomischen Eliten und die Reaktion der Zivilgesellschaft berücksichtigt. Dabei soll auch die Berichterstattung der Medien und ihre Krisendiskurse analysiert werden. Allgemeiner wird auch der Zusammenhang zwischen der Krise des Finanzmarktkapitalismus und der Krise der Demokratie in Europa erörtert. Einführend soll auch auf die Geschichte, die politische Kultur, das politische System und auch auf die Wirtschaftssektoren des jeweiligen Staates eingegangen werden, um sich ein fundiertes Gesamtbild von den südlichen EU- und Euroländern und ihrer jeweiligen Krisensituation machen zu können. Das Seminar ist als Lektürekurs konzipiert und setzt eine kontinuierliche Lesebereitschaft voraus. Über einen Semesterapparat in der Bibliothek und moodle wird die Literatur für alle TeinehmerInnen zur Verfügung gestellt. Bestimmte Punkte können je nach Studiengang durch eine Präsentation, ein Essay oder eine schriftliche Hausarbeit erworben werden. Politikwissenschaft - Internationaler Vergleich und politische Theorie Universität Siegen WiSe 2013/14 Agridopoulos Aristotelis