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Uni-Siegen
14. März 2017

Die feinen Unterschiede revisited Kultur Klasse und Distinktion in Frankreich und England

Pierre Bourdieus -Die feinen Unterschiede- gilt als eines der bedeutendsten Werke der Soziologie. Er legt darin eine detaillierte Analyse von Lebensstilen in der französischen Gesellschaft der 1960er vor und stellt die These auf, dass kultureller Geschmack und soziale Position in...

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Pierre Bourdieus -Die feinen Unterschiede- gilt als eines der bedeutendsten Werke der Soziologie. Er legt darin eine detaillierte Analyse von Lebensstilen in der französischen Gesellschaft der 1960er vor und stellt die These auf, dass kultureller Geschmack und soziale Position in einem engen Zusammenhang stehen. Doch in welchem Maße sind Bourdieus Konzepte und Gesellschaftsanalysen übertragbar auf die heutige Zeit oder eine andere Gesellschaft als die französische? Haben nicht Individualisierung, Globalisierung, ethnische Vielfalt und die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt zu einer Situation geführt, in der Lebens- und Konsumstile viel differenzierter sind und keineswegs an der Klassenposition festgemacht werden können? Lässt sich eine solche Gesellschaft überhaupt noch mit bourdieuschen Begriffen wie Habitus, Kapital und Klasse beschreiben? Um diese Fragen zu beantworten, lesen wir im Seminar Auszüge aus -Die feinen Unterschiede- im Vergleich mit der englischen Replikationsstudie -Culture, Class, Distinction-, die 2009 von einer Forschergruppe um Tony Bennett veröffentlicht wurde. Ziel des Seminars ist die Einführung in die zentralen Konzepte und Thesen Bourdieus und sowie die Prüfung, welche Erklärungskraft diese Konzepte für zwei unterschiedliche Gesellschaften (die französische und die englische) zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten (1960er, 2000er) haben. Die Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte ist Teilnahmevoraussetzung, da die Replikationsstudie von Bennett et al. nicht in deutscher Übersetzung vorliegt. Soziologie Universität Siegen WiSe 2010/11 Dr. Grauel Jonas