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Uni-Siegen
14. März 2017

Die Soziale Frage eine kontroverse Debatte im 19 und frühen 20 Jahrhundert

Seit dem Aufkommen der Industrialisierung wurde in Deutschland ebenso wie in anderen europäischen Ländern und Nationen auch eine vielschichtige wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Debatte immer breiter diskutiert: die so genannte -Soziale Frage-. Auslöser und Kernthema dieser äußerst kontrovers geführten Debatte...

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Seit dem Aufkommen der Industrialisierung wurde in Deutschland ebenso wie in anderen europäischen Ländern und Nationen auch eine vielschichtige wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Debatte immer breiter diskutiert: die so genannte -Soziale Frage-. Auslöser und Kernthema dieser äußerst kontrovers geführten Debatte waren die durchgreifenden und für viele Menschen innerhalb der Arbeiterschaft sehr negativen Veränderungen, die in der Folge immer rascherer Mechanisierung, Technisierung und Verstädterung deutlich wurden. Einerseits brachte die Industrialisierung den Fortschritt und setzte enormes Entwicklungspotential frei, andererseits sorgte die Flucht verarmter, arbeitssuchender Menschen in die rasant wachsenden Städte für schwere soziale Probleme. Mangel an Arbeitsplätzen, oft katastrophale Arbeitsbedingungen, Mangel an Wohnraum und niedrige Löhne trugen zu einer Verelendung der städtischen Arbeiterschaft, aber auch vieler Handwerker bei. Immer mehr begriffen sich die Arbeiter als eine eigene gesellschaftliche Gruppe, als Proletariat, und kämpften um eine Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Gewerkschaften bildeten sich heraus, neue Parteien vertraten ihre Interessen, doch auch von anderer Seite (Arbeitgeber, Kirchen, bürgerliche Politiker, Akademiker) kamen vielfältige Lösungsansätze zur Sozialen Frage. Ihren Höhepunkt erlebte die Diskussion um dieses komplexe und häufig instrumentalisierte Thema schließlich im Wilhelminischen Kaiserreich. Im Rahmen dieser Grundübung, die in Blockseminarform an voraussichtlich drei Wochenendterminen (evtl. mit einer Tagesexkursion) im Wintersemester 2012-13 durchgeführt wird, werden exemplarisch und quellennah die Ursachen für die Entstehung der öffentlichen Debatte um die Soziale Frage erarbeitet und anschließend unterschiedliche Lösungsansätze vorgestellt, analysiert und diskutiert. Die Arbeit in der Grundübung soll bewusst multiperspektivisch erfolgen und soziale, ökonomische, politische, demographische, religiöse und juristische Aspekte in ihren gegenseitigen Abhängigkeiten voneinander deutlich machen. Der Schwerpunkt der Grundübung wird auf der Zeit des Wilhelminischen Kaiserreichs, und hier insbesondere auf der Ägide Otto von Bismarcks liegen. Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den umfangreichen Quellen, die zu diesem Thema zur Verfügung stehen, sowie eine Einarbeitung in Hintergrundwissen zur Geschichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind Grundbedingungen der Teilnahme an dieser Grundübung. In der Lehrveranstaltung können durch regelmäßige aktive Teilnahme , die Übernahme eines Kurzreferats oder ähnlicher Aufgaben entweder zwei oder zusätzlich durch das Anfertigen einer Hausarbeit wahlweise auch vier Kreditpunkte erworben werden. Brakelmann, Günter, Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts, Bielefeld 51975 Ritter, Gerhard A., Soziale Frage und Sozialpolitik in Deutschland seit Beginn des 19. Jahrhunderts, Opladen 1998 Schraepler, Ernst, Quellen zur Geschichte der sozialen Frage in Deutschland. 1871 bis zur Gegenwart, Göttingen/Zürich 31996 Schwarz, Angela, Industrielle Revolution – Industrialisierung, Schwalbach/Ts. 2012 Ziegler, Dieter, Die Industrielle Revolution, Darmstadt 2012 Geschichte - Neuere und Neueste Geschichte Für die alten Studienordnungen gilt: Zum Seminar werden nur Studierende zugelassen, die das Proseminar Neuzeit erfolgreich absolviert haben (Kopie des Leistungsnachweises/Auszug der Studienleistungen ist vorzulegen). Für die neuen Studienordnungen gilt: Zum Aufbauseminar werden nur Studierende zugelassen, die das Grundmodul Neuere und Neueste Geschichte abgeschlossen haben (Übersicht der Studienleistungen ist vorzulegen). Für die alten Studienordnungen gilt: Durch regelmäßige, aktive Teilnahme (vorbereitende Lektüre, Gruppenarbeiten, Diskussionen) und die Übernahme eines Referats oder einer schriftlichen Ausarbeitung können zwei Kreditpunkte erworben werden. Das Erstellen einer Hausarbeit im Anschluss an die Übung ergibt zwei weitere Kreditpunkte. Spätester Abgabetermin für die Hausarbeit ist der 31. Januar 2013. Für die neuen Studienordnungen gilt: Die Studienleistung (3KP) wird durch regelmäßige, aktive Teilnahme (vorbereitende Lektüre, Gruppenarbeiten, Diskussionen) und die Übernahme eines Referats oder einer schriftlichen Ausarbeitung erbracht. Die Prüfungsleistung (3KP) für das Aufbaumodul Neuzeit kann in Form einer Hausarbeit erbracht werden, die bis zum 31. Januar 2013 eingereicht werden muss. Universität Siegen 20122 WiSe 2012/13 M.A. Müller Marion M.A