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Uni-Siegen
14. März 2017

Die Verschwundenen Lateinamerikanische Militärdiktaturen des 20 Jahrhunderts

Fast alle Länder Lateinamerikas haben im 20. Jahrhundert Zeiten von Militärdiktaturen durchlebt (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay). Diese Diktaturen hatten weitreichende Konsequenzen für die lateinamerikanischen Gesellschaften. Ein Mittel,...

Was lernst du wirklich?

Dieses Seminar beleuchtet die Militärdiktaturen des 20. Jahrhunderts in Lateinamerika und deren verheerende Folgen, insbesondere für die sogenannten „Verschwundenen“ (desaparecidos). Du wirst in Teams eigenständig ausgewählte Schicksale und deren lebenslange Konsequenzen erforschen, wobei du Land und Medium selbst wählst. Deine Ergebnisse präsentierst du anschließend in einer selbstgestalteten Seminarsitzung, unterstützt durch didaktische Schulungen.

Das wirst du lernen

  • Die historischen Hintergründe und weitreichenden gesellschaftlichen Folgen lateinamerikanischer Militärdiktaturen verstehen.
  • Das Phänomen der „Verschwundenen“ (desaparecidos) und seine Auswirkungen auf Individuen und Familien analysieren.
  • Forschungskompetenzen durch die eigenständige Bearbeitung eines selbstgewählten Themas und Mediums entwickeln.
  • Teamarbeit und Präsentationstechniken durch die Gestaltung und Durchführung einer Seminarsitzung erproben.
  • Didaktische und moderatorische Fähigkeiten zur Vermittlung komplexer Inhalte erwerben.
  • Kritische Analyse von Quellenmaterialien wie Romanen, Filmen oder Augenzeugenberichten.

Passende Berufsfelder

Historische Forschung und ArchivwesenMenschenrechtsorganisationen und EntwicklungszusammenarbeitJournalismus und Medien (insbesondere investigativer Journalismus)Bildung und ErwachsenenbildungInternationale Beziehungen und Diplomatie

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Offizielle Kursbeschreibung

Fast alle Länder Lateinamerikas haben im 20. Jahrhundert Zeiten von Militärdiktaturen durchlebt (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay). Diese Diktaturen hatten weitreichende Konsequenzen für die lateinamerikanischen Gesellschaften. Ein Mittel, zu dem immer wieder gegriffen wurde, um die eigene Macht zu stabilisieren, war, die Opposition auszuschalten. Oft bedeutete dies, dass die Menschen gefangen genommen und an geheimen Orten teils bis zum Tod gefoltert wurden. Viele dieser Menschen sind nie wieder aufgetaucht. Da niemand weiß, ob sie leben oder gestorben sind, wo ihre Gebeine begraben liegen oder wohin man sie verschleppt hat, spricht man von den -desaparecidos-. Dies betrifft auch viele Kinder, die ihren wahren Eltern entrissen wurden, um sie in regimegetreue Familien zu geben, die vielleicht einen unerfüllten Kinderwunsch hegten. Wenn in diesen Fällen alle Spuren erfolgreich verwischt wurden, können diese Familien nie wieder zusammenfinden. Im Seminar werden wir ausgewählten Schicksalen nachgehen und die lebenslangen Konsequenzen untersuchen, die die Militärdiktaturen auf die -Verschwundenen- nahm. Das Besondere des Seminars besteht darin, dass Sie es zu großen Teilen gemäß Ihrer eigenen Forschungsinteressen selbst gestalten. Sie suchen sich ein Land und ein Medium (Roman, Film, Fotoausstellung, Augenzeugenbericht, etc.) aus, das Sie persönlich interessiert. Sie bilden mit den Studierenden, die sich für das gleiche Land interessieren, ein Forschungsteam, in dem Sie eigenständig recherchieren und analysieren. Ihre Materialien und Ergebnisse bereiten Sie in Form einer Seminarsitzung auf, in der Sie als Dozent/innen auftreten. Unterstützung in Form von didaktischen Schulungen und Moderationsmaterialien wird Ihnen im Rahmen des Seminars geboten. !!Überlegen Sie sich, welches Land Sie am meisten interessiert und bringen Sie zur ersten Sitzung eine Literaturangabe mit, die zum Thema der -Verschwundenen- passt!! Romanistik - Französische und spanische Literaturwissenschaft Literatur und Materialien liegen teils nur in spanischer Sprache vor. Sie haben zwar die Möglichkeit, sich für die Arbeit im Forschungsteam ein Werk auszusuchen, dass auch in deutscher Übersetzung existiert, ABER Sie müssen ein ausreichendes Lese- und Hörverständnis im Spanischen mitbringen, um den anderen Forschungsteams folgen zu können! 2/3 KP: kontinuierliche und aktive Mitarbeit, Gestaltung einer Seminarsitzung im Team 5/6/7 KP: zusätzlich eine Hausarbeit (8 bis 15 Seiten) Universität Siegen SoSe 2013 Dr. Mandler Sabine