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Uni-Siegen
14. März 2017

Die Wiederentdeckung der Mittelschichtsdebatte in der politischen Kommunikation

Sozialstrukturanalysen zeichnen mittlerweile ein sehr differenziertes Bild zu den Strukturen und -Dynamiken (in) der gesellschaftlichen Mitte- (Burzan et al. 2010). Neben Fragen der Methodologie sowie der angemessenen Darstellung von sozialstrukturellen Gegebenheiten werden zunehmend Einstellungsmuster und kulturelle Selbstpositionierungen mit in die...

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Sozialstrukturanalysen zeichnen mittlerweile ein sehr differenziertes Bild zu den Strukturen und -Dynamiken (in) der gesellschaftlichen Mitte- (Burzan et al. 2010). Neben Fragen der Methodologie sowie der angemessenen Darstellung von sozialstrukturellen Gegebenheiten werden zunehmend Einstellungsmuster und kulturelle Selbstpositionierungen mit in die Analysen einbezogen. Nicht zuletzt fordern die aktuellen empirischen Ergebnisse zur Abstiegsangst der Mittelschicht (vgl. u.a. Lengfeld, Hirschle 2009; von Erlinghagen 2010; Krämer 2010) geradezu eine sozialpolitische Analyse: -Spill-Over--Effekte u.Ä. lassen sich nicht erwerbsstrukturell oder beschäftigungsdynamisch erklären, wie Thomas Rhein vom IAB ganz aktuell auf international-vergleichender Ebene darlegt (Rhein 2010). Vor diesem Hintergrund liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung in der Frage der politischen Konstruktion der Mittelschicht. Hierzu gehört vor allem die politische Kommunikation mit der und über die Mitte zu Themenpunkten, wie die oben erwähnte Angst vor einem sozialen Abstieg (und deren mögliche Instrumentalisierung im Zuge von politischen Willensbildungsprozessen) oder auch die vermeintliche Rolle der Mittelschicht als Leistungsträger und Garanten für die sozialstaatliche Ausgestaltung von Versicherungs- und Fürsorgesystemen sowie die Frage der Chancengleichheit und/oder -gerechtigkeit im Bildungssystem. So wie Abstiegsängste auch immer mit Aufstiegshoffnungen verbunden sind (vgl. Krämer 2010: 204), so kann man eine -nervöse Mitte- (Vogel 2010) auch als eine Gelegenheit für die Parteien verstehen, mit Hilfe von politischer Kommunikation die gesellschaftliche Mitte so zu deuten, dass sie im politischen Willensbildungsprozess maßgeblichen Einfluss nehmen können. Forschungsleitende Fragestellungen sind u.a.: Wie kommunizieren Parteien das Konstrukt -Mittelschicht-, und wie wird es inhaltlich gefüllt? Bleibt es eine unbestimmte Hülle, um möglichst viele Menschen anzusprechen, oder werden bestimmte Abstiegsängste und/oder Aufstiegshoffnungen einzelner Ziel- bzw. Wählergruppen konkret thematisiert? Wie bewegt sich politische Kommunikation zwischen den Polen -Öffnung und Durchlässigkeit- versus -Schließung und Stabilität-. Werden eher Ängste oder Hoffnungen angesprochen? Ist Form und Inhalt der politischen Konstruktion von Mittelschicht abhängig von den Phasen der Sicherheits-Perzeption der Mittelschicht? Politikwissenschaft - Sozialpolitik Allg. Voraussetzung:Aktive Teilnahme am Seminar 2 KP: Verfassen eines Positionspapiers -Die Mittelschichtsdebatte am Beispiel von...- Umfang: 2-3 Seiten pro Person, Gruppenarbeit: möglich, aber nicht empfohlen Abgabe: Bis zum Ende der vorlesungsfreien Zeit Das Thesenpapier muss vorher in der Sprechstunde mit dem Dozenten abgestimmt werden. Die Meldung für ein Thesenpapier ist bis zum 24. Mai möglich. Danach kann man nur noch über die Skripterstellung einen 2-KP-Leistungsnachweis erbringen. Abgabe: Bis zum Ende der vorlesungsfreien Zeit oder: Skripterstellung: Im Laufe der Veranstaltungsreiche müssen in unregelmäßigen Abständen kleinere Aufgaben bearbeitet werden, um bis zum Ende der Vorlesungszeit ein Seminarskript fertig zu stellen. 3 KP Studienleistung unbenotet: fünfseitiges Positionspapier wie zu 2KP zuzüglich Kurzpräsentation der Ausarbeitung im Plenum. 3KP Prüfungsleistung: mündliche Prüfung (1/2 Stunde) oder äquivalente (schriftliche) Leistung Alternativ kann auch für die Modulprüfung (insgesamt 6KP) ein ähnliches Verfahren wie zu 5KP angewandt werden: 5 KP: • Schriftliche Ausarbeitung zu einem Themenpunkt der Veranstaltung (ca. 3800 Wörter pro Person) [Abgabe vor der Präsentation im Plenum]; Gruppenarbeit möglich, aber nicht empfohlen. • Vorstellung der Arbeitsergebnisse im Plenum (20-minütiges thematisches Input zur Vorstellung wesentlicher Inhalte in Form einer Präsentation; Erstellung eines Handouts; Formulierung von Thesen zur Diskussion im Seminar; Moderation der Diskussion; Abschlussstatement) Universität Siegen SoSe 2013 Dr. Weiß Carsten