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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar Die Dinge die ich schuf Gegenstände als soziales Gegenüber 8211 Vergesellschaftung mit Dingen

Soziologie wird definiert als Wissenschaft vom sozialen Handeln, von den zwischenmenschlichen Interaktionen und Wechselwirkungen, den sozialen Figurationen, Strukturen und Systemen. Wenn wir jedoch unseren Alltag betrachten, verwenden wir einen zunehmend größeren Teil unserer Zeit, unserer Anstrengungen und unserer Ressourcen darauf,...

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Soziologie wird definiert als Wissenschaft vom sozialen Handeln, von den zwischenmenschlichen Interaktionen und Wechselwirkungen, den sozialen Figurationen, Strukturen und Systemen. Wenn wir jedoch unseren Alltag betrachten, verwenden wir einen zunehmend größeren Teil unserer Zeit, unserer Anstrengungen und unserer Ressourcen darauf, mit Dingen unterschiedlichster Art umzugehen - und nicht mit Menschen. Damit ist nicht nur gemeint, dass neben die Face to Face-Kommunikation zwischen Menschen immer komplexere technische Kommunikationsmedien getreten sind und ganz andere Formen des Umgangs hervorgebracht haben. Sondern auch ganz triviale Dinge strukturieren unseren Alltag. Jede Wohnung und jedes WG-Zimmer ist mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von Dingen angefüllt, die untrennbar mit der Biographie und Identität der Besitzerin bzw. des Besitzers verbunden sind. Sucht man nach Ansätzen zu einer soziologischen Beschäftigung mit den Dingen, muss man sich auch in der Philosophie, der Anthropologie, der Archäologie, der Geschichte und der Kunstwissenschaft umsehen. Dementsprechend sollen im Seminar ganz unterschiedliche Ansätze diskutiert werden. Ein Fokus wird dabei auf der Frage liegen, wie man die Wirklichkeit der Dinge empirisch untersuchen kann, denn anders als Menschen kann man Dinge weder befragen noch ihr handeln beobachten. Ansätze zur Thematisierung der Dinge finden sich aber gleichwohl auch in der Soziologie: von der Marx'schen Analyse der »Ware« über den Begriff der Sachlichkeit in der Philosophischen Anthropologie bis hin zur Techniksoziologie und zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Neben den theoretischen Grundlagen werden auch Studien zu konkreten Dingen behandelt. Lektüreempfehlungen Als vorbereitende Lektüre eignen sich beispielsweise: - Baudrillard, Jean: Das System der Dinge. Über unser Verhältnis zu den alltäglichen Gegenständen, Frankfurt a. M. 1991 - Douglas, Mary / Isherwood, Baren: The World of Goods, New York 1982 - Hartmann, Hans Albrecht / Haubl, Rolf (Hrsg.): Von Dingen und Menschen. Funktion und Bedeutung materieller Kultur, Wiesbaden 2000 - Latour, Bruno: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie, Frankfurt a. M. 2007 - Reckwitz, Andreas: Der Ort des Materiellen in den Kulturtheorien. Von sozialen Strukturen zu Artefakten, in: ders.: Unscharfe Grenzen, Bielefeld 2008, S. 131-156 - Ullrich, Wolfgang: Haben wollen. Wie funktioniert die Konsumkultur, Frankfurt a. M. 2006 Als allgemeine Vorbereitung eignet sich dieser literarische Text, der die Bedeutung der alltäglichen Dinge sehr genau einfängt: - Baker, Nicholson: Die Rolltreppe oder die Herkunft der Dinge, Reinbek b. Hbg. 1991 Sozialwissenschaften Universität Duisburg-Essen WS 2010/11 LA-Sowi, Lehrämter Sozialwissenschaften (E) Sozialwissenschaften