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14. März 2017Dürfen wir Tiere essen Die öffentliche Debatte zu Tierrechten von Animal Liberation bis Safran Foer
Debatten über Vegetarismus neigen dazu, ein außergewöhnliches Maß emotionalen Engagements unter den DiskussionsteilnehmerInnen hervorzurufen. Dabei herrscht weitgehend Einigkeit in der Auffassung, dass der Mensch gegenüber dem Tier eine besondere Verantwortung für dessen -Leben und Wohlbefinden- zu tragen habe und dass...
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Jetzt Lernplan erstellenDebatten über Vegetarismus neigen dazu, ein außergewöhnliches Maß emotionalen Engagements unter den DiskussionsteilnehmerInnen hervorzurufen. Dabei herrscht weitgehend Einigkeit in der Auffassung, dass der Mensch gegenüber dem Tier eine besondere Verantwortung für dessen -Leben und Wohlbefinden- zu tragen habe und dass Tieren nicht -ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden- zugefügt werden dürfen. Die Lesarten dessen, was diese in §1 des deutschen Tierschutzgesetzes genannten -vernünftigen Gründe- sein können, gehen hingegen weit auseinander. Der Gesetzestext selbst weist eine frappierende Ambivalenz auf, wenn zu Beginn die besondere -Verantwortung- des Menschen gegenüber dem Tier beschworen wird, im weiteren Verlauf hingegen die Erlaubnis zur Tötung eines Tieres nirgends ernsthaft in Frage gestellt sondern lediglich unter der Maßgabe der Vermeidung unnötiger Schmerzen verwaltungstechnisch geregelt wird. Für eine differenzierte ethische Auseinandersetzung mit der Frage, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren aussehen solle, bietet das Tierschutzgesetz allerdings nur wenige Anhaltspunkte.
Aktivisten und TheoretikerInnen der Tierschutz- bzw. Tierbefreiungsbewegung haben seit den 1970er Jahren verstärkt die gesetzlichen Regelungen zum Tierschutz kritisiert. Es lassen sich die drei großen tierschutzpolitischen Themenfelder Biodiversität/Aussterben von Arten, Tierversuche und Nahrungsproduktion unterscheiden Im Rahmen des Seminars werden die wichtigsten Positionen der Tierethik vorgestellt und an ausgewählten Kampagnen der Tierrechtsbewegung verdeutlicht. Besonders werden wir unser Augenmerk dabei auf ethische Aspekte der Ernährung legen und insbesondere Fragen von Vegetarismus und Veganismus zur Diskussion stellen: Haben Menschen das Recht, Tiere zu Ihrer Ernährung zu töten, auch wenn es Alternativen gibt? Ist das Ausmaß unseres gegenwärtigen Fleischkonsums ethisch noch vertretbar oder dient es lediglich der Befriedigung überflüssiger Luxusbedürfnisse? Sind die massenindustriellen Produktionsmethoden zur Herstellung von Fleisch und Geflügel mit den Bestimmungen eines recht verstandenen Tierschutzes in Einklang zu bringen? Ist unsere Verantwortung Tieren gegenüber abhängig von den jeweiligen Fähigkeiten der einzelnen Arten? Wie überzeugend ist die Unterscheidung zwischen Menschen und anderen Spezies im Hinblick auf ethische Argumente?
Wolf, Ursula (Hrsg.): Texte zur Tierethik. Reclam, Stuttgart 2011.
Foer, Jonathan Safran: Tiere essen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010.
Singer, Peter: Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere. RoRoRo, Reinbek 1996.
Regan, Tom: Wie man Rechte für Tiere begründet. In: Krebs, Angelika: Naturethik. Suhrkamp, Frankfurt aM 1997.
Nagel, Thomas: Wie ist es, eine Fledermaus zu sein? In: Bieri, Peter (Hrsg.): Analytische Philosophie des Geistes. Königstein 1981
Germanistik - Sprachwissenschaft I
Für 2 KP wird aktive Vorbereitung und Teilnahme erwartet. Diejenigen Teilnehmer_innen, die mehr als 2 KP erwerben wollen, melden sich bitte bis zum 25.6.2012 in der Sprechstunde von Frau Diesselmann oder nehmen per Email Kontakt auf. Kontakt zu Frank Meier: frank.meier@phil.hhu.de
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