Uni-Siegen
14. März 2017Einführung in Methoden der Medienethnographie
Dieses Seminar besteht aus zwei Teilen. Montags werden wir grundlegende Texte zur Medienethnographie diskutieren und mittwochs diese Texte praxisorientiert für unsere eigene Forschungen auswerten. Dafür werden wir im Laufe des Semesters kleine Feldstudien zu Medienpraktiken durchführen und diese aus unterschiedlicher...
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Jetzt Lernplan erstellenDieses Seminar besteht aus zwei Teilen. Montags werden wir grundlegende Texte zur Medienethnographie diskutieren und mittwochs diese Texte praxisorientiert für unsere eigene Forschungen auswerten. Dafür werden wir im Laufe des Semesters kleine Feldstudien zu Medienpraktiken durchführen und diese aus unterschiedlicher Perspektive diskutieren - gemäß des diktums der ANT making up the rules as we go along.
Es gehört zum Basisinventar fast aller Medienbegriffe, dass Medien Raum und Zeit überwinden. Ethnographische Medienforschung zeichnet sich jedoch dadurch aus, Medien und mediale Praktiken in situ aufzusuchen, d.h. in lebensweltlich dichten, sozialen und kulturellen Kontexten. In der qualitativen Medienforschung aller Disziplinen bildet die medienethnographische Untersuchung orts- und situationsbezogener Prozesse mittlerweile einen harten Kern der herangezogenen Methoden (vgl. Ayaß, Ruth/Bergmann, Jörg (Hrsg.) 2006: Qualitative Methoden der Medienforschung, Reinbek.). Gleichwohl bleibt die Anwendung ethnographischer Methoden häufig oberflächlich – so dass ein -ethnographisches labeling- betrieben wird, anstatt ethnographische Methoden reflektiert zur Anwendung zu bringen.
Zugleich verlangt qualitative Forschung einen kreativen Umgang mit einer ganzen Bandbreite an Methoden, die für die jeweilige Aufgabenstellung angemessen sein müssen. Mit einem Methodenkorsett nimmt sich die Forscherin/der Forscher die Gelegenheit, im besten Sinne ethnographisch, d.h. vom jeweiligen Sachverhalt ausgehend, zu arbeiten und die eigenen Ergebnisse über eine dichte Beschreibung zu entwickeln.
In diesem Seminar wollen wir gemeinsam eine Auswahl an Texten diskutieren, die für die jeweils eigene Forschungsmethodik vielversprechend sind. Dazu wollen wir aktuelle Texte heranziehen, die in einem Handbuch der Medienethnographie demnächst erscheinen werden. Diese Texte sind aus der Forschungspraxis heraus verfasst und wollen Medienforschern Anregungen zur Entwicklung einer je eigenen Methodik an die Hand geben. Darüberhinaus werden wir Texte heranziehen, die für die je eigene Arbeit im Feld oder im Archiv gewinnbringend erscheinen.
Medienwissenschaftliches Seminar
Universität Siegen
WiSe 2012/13
Dr.
Zillinger Martin