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Uni-Hannover
14. März 2017

Erregung und Alltag Zur sozialen Wirklichkeit gegenwärtiger Lebenswelten junger Erwachsener zwischen Block g Kultur Familie Clubbing und Ausbildung 8230

Das veröffentlichte Bild von den heutigen jungen Erwachsenen, v.a. auch jenes der Azubis, Ausbildungsplatzsuchenden oder Berufsschüler_innen, ist meist desaströs, manchmal jedoch glamourös. Sie seien gefährlich und irgendwie unberechenbarer als noch vor X-Jahren, dann wieder ungewöhnlich kreativ und flexibel. Häufig ist...

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Das veröffentlichte Bild von den heutigen jungen Erwachsenen, v.a. auch jenes der Azubis, Ausbildungsplatzsuchenden oder Berufsschüler_innen, ist meist desaströs, manchmal jedoch glamourös. Sie seien gefährlich und irgendwie unberechenbarer als noch vor X-Jahren, dann wieder ungewöhnlich kreativ und flexibel. Häufig ist zugleich die Rede von -Parallelgesellschaft-, -Unterschicht-, -Ichbezogenheit-, -fremder Mentalität-, -Werteverlust-, -Wertorientierung-, gesteigerter Gewaltbereitschaft, Übersorge usw.. Stigmatisierungen also, die nicht selten alarmistisch sind und u.a. auf Exotisierungen gesellschaftlicher Realitäten verweisen. Tatsächliche Auswirkungen und Bedeutungen gesellschaftlichen Wandels bleiben unterbelichtet. Einerseits wurde -die Jugend von heute-, seit sie als solche von vorangehenden Generationen betrachtet wurde, immer wieder als 'moralisch verdorben', 'desorientiert' und 'leistungsschwach' angesehen. Andererseits missachten solche Sichtweisen verständliche soziale Praktiken, sprachliche Besonderheiten, Konflikte und Differenzen in spezifischen sozio-ökonomischen Verhältnissen als Ergebnis einer unterstellten generationellen, kulturalisierten oder gar (rassifizierten) ethnischen -Identität-. Jugendliche werden daher oft als bedrohlich wahrgenommen, insbesondere im schulischen Raum. -Subkulturelle- Ausdrucksweisen müssen aber als alltagstaugliche Strategien begriffen werden, die zweckdienlich Mittel der Interessensvertretung und Selbstbehauptung sind. Insofern kann sich ihren Träger_innen vorbehaltlos genähert werden, ohne sich einer lauernden Gefahr ausgesetzt zu sehen. In dem Seminar werden wir anhand von theoretischen Texten und praktischen Beispielen Konstellationen gegenwärtiger Lebenswelten entmystifizieren, aufschlüsseln und ihre Fruchtbarkeit für gemeinsame Arbeit in der (beruflichen) Bildung verdeutlichen. Bitte melden Sie sich bei Interesse zu Semesterbeginn über Stud.IP für die Veranstaltung an. Die Anmeldung sollte in der ersten Veranstaltung durch persönliche Anwesenheit bestätigt werden oder ein Fehlen zumindest entschuldigt sein. Die Literatur wird zu Beginn des Seminars (und über Stud.IP) bekannt gegeben. Gasthörendenstudium Im Seminar ist eine aktive Mitarbeit und Diskussion aller zum Gelingen erwünscht. Universität Hannover WiSe 2015/16 Berufs- und Wirtschaftspäd., Master LbS Dipl. Sozialwiss. Steckert Ralf Dipl Sozialwiss