Uni-Kassel
14. März 2017Exkursion Auslandsexkursion
Die Exkursion wird als Transekt entlang des 15. Längengrades von der Ostsee bis zur Donau führen und damit die Länder Polen, Tschechien und Österreich tangieren Das Konzept der Exkursion durchbricht bewusst das übliche länderkundliche Konzept, bei dem eine Auslandsexkursion als...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Exkursion wird als Transekt entlang des 15. Längengrades von der Ostsee
bis zur Donau führen und damit die Länder Polen, Tschechien und Österreich
tangieren
Das Konzept der Exkursion durchbricht bewusst das übliche länderkundliche
Konzept, bei dem eine Auslandsexkursion als eine Fahrt durch ein bestimmtes
Staatsterritorium konstituiert wird. Die Bestimmung des 15. Längengrades, auch Meridian genannt, ist ähnlich wie
eine Staatsgrenze, das Ergebnis eines Abkommens bzw. einer Setzung und damit
als eine vom Menschen gemachte Geographie zu sehen. Im Gegensatz zu
Staatsgrenzen ist das Gradnetz der Erde nicht in der Alltagswelt
wahrzunehmen. Dennoch kann jeder Ort auf der Erde über genaue Koordinaten
beschrieben werden. Zunächst für die Seefahrt von großer Bedeutung, ist im
Zeitalter der Satellitennavigation fast jedes Auto mit einem
Navigationsgerät ausgerüstet, das genau diese Koordinaten zur
Positionsbestimmung und Zielfindung nutzt. Auch ein GIS funktioniert über
die Georeferenzierung von bestimmten Sachverhalten in einem Koordinatennetz. Sich zunächst auf dieses erdräumliche Koordinatensystem stützend, sollen die
auf der Exkursionsroute anzutreffenden unterschiedliche Sachverhalte unter
einem anthropogeographischen Blickwinkel mit Bezug auf die Triade Raum
Gesellschaft Geschichte thematisiert und analysiert werden. Ohne
semantische Beschränkungen, die sich zwangsläufig aus der Verwendung von
Raumbegriffen ergeben und oft zu stereotypen Vorstellungen und Vorurteilen
über bestimmte Regionen und den in ihnen lebenden Menschen führen können,
soll mit dem Rückgriff auf eine zunächst willkürlich erscheinende Koordinate
die gesellschaftliche Dimension des während der Exkursion zu durchmessenden
Ausschnitts der Erdoberfläche erschlossen werden. Im Mittelpunkt stehen
dabei Fragen nach der Wirkung von Grenzen, insbesondere Staatsgrenzen, die
damit verbundenen Aspekte der Identität der jeweils von den Grenzziehungen
betroffenen Bevölkerungen, und die Bedeutung medialer Praktiken bei der
Konstituierung von Grenzen. Das ausgewählte Transekt entlang des 15.
Längengrades bietet dafür eine Vielzahl relevanter Exkursionsstandorte, an
denen die Thematik angesprochen werden kann. Die Exkursion wird inkl. Fahrtkosten, Übernachtung mit Frühstück (tlw. mit
Halbpension) maximal 850 Euro kosten. Durch einen Zuschuss der Universität
Kassel, deren Höhe erst zu einem späteren Zeitpunkt feststehen wird, kann
sich der Exkursionsbeitrag noch reduzieren. Mit der Teilnahme an der Exkursion ist auch ein Vorbereitungsseminar im
Sommersemester 2008 verbunden. Die Teilnahme an dem Seminar ist
verpflichtend.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SS 2008
Dr.
Gerhardt Andrea