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Uni-Hannover
14. März 2017

Forschungskolloquium des Centre for Atlantic and Global Studies

Der Zugang zu den begehrten Waren Asiens (Seide, Gewürze, Porzellan) wird gemeinhin als Initialzündung für die europäische Expansion und Entstehung der -modernen Weltwirtschaft- aufgefasst. In diesem Zusammenhang formte sich ab dem 15. Jahrhundert der Atlantik als Raum, der durch die...

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Der Zugang zu den begehrten Waren Asiens (Seide, Gewürze, Porzellan) wird gemeinhin als Initialzündung für die europäische Expansion und Entstehung der -modernen Weltwirtschaft- aufgefasst. In diesem Zusammenhang formte sich ab dem 15. Jahrhundert der Atlantik als Raum, der durch die Zirkulation von Menschen, Gütern, kulturellen Praktiken und Ideen zu einem bedeutenden Kristallisationspunkt für eine zunehmend weltumspannende Verdichtung und Verflechtung wurde, die heute als -Globalisierung- bezeichnet wird. Jene transkontinentalen Handels- und Austauschbeziehungen sind allerdings, entgegen der vom Ende her gedachten Großnarrative, weder als unilineare Prozesse noch als bloße Ausdrucksformen hegemonialer Entwicklungsplanungen zu verstehen. Dass sie über längere Zeiträume von ungleichen, aber gleichberechtigten Handelspartnern getragen wurden bzw. Europäer im Handel mit Asien und Afrika zunächst lediglich Juniorpartner gewesen sind, weist darauf hin, dass die transatlantische Warenzirkulation durch sich verändernde Reichweiten, wechselseitige Einflüsse und vielgestaltige Interaktionsprozesse gekennzeichnet war und ist. Ästhetische Ausdrucksformen wie Literatur und bildende Kunst zeugen von den Widerständen, Verlockungen und Verunsicherungen dieser zunehmend globalen Perspektive. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Dynamiken, die mit Warenhandel und wirtschaftlichen Verflechtungen rund um den Atlantik (und darüber hinaus) verknüpft sind, sollen im Mittelpunkt des Kolloquiums stehen. Unser Augenmerk gilt dabei nicht nur wirtschaftshistorischen Fragestellungen und politikwissenschaftlichen Debatten sondern vor allem auch soziologischen, kulturanthropologischen und kulturwissenschaftlichen Implikationen. In welcher Weise hängen Handelsaktivitäten, Warenzirkulation und ungleiche Tauschverhältnisse mit politischem Vormachtstreben bzw. transkontinentaler Vorherrschaft einzelner Regionen zusammen? Wie waren bzw. sind vermeintlich ethnisch, kulturell und/oder religiös begründete Konflikte mit dem Zugriff auf Ressourcen und die Beherrschung von Märkten vermittelt? Wie haben sich Zirkulation, Aneignung und Konsum bestimmter Waren weltweit auf Lebensstile und Identitätskonzepte ausgewirkt und somit auch soziale und kulturelle Distinktion ermöglicht? Wie reagieren Theatermacher, Schriftsteller und andere Künstler auf eine Welt, in der gesellschaftliche Grenzen, Raumvorstellungen und tradierte ästhetische Formen der Repräsentation in Bewegung geraten sind? Das Programm auf Aushängen und unter www.cags.uni-hannover.deund www.atlantic-studies.uni-hannover.de veröffentlicht. Gohrisch, Jana, Prof. Dr. phil. Terminabweichungen können möglich sein! Universität Hannover WiSe 2015/16 Reinwald, Brigitte, Prof. Dr. Prof. Dr. Gabbert Wolfgang