Uni-München
14. März 2017Forschungsseminar Theatrale Extremfälle Themen und Konzepte der Theatertheorie Gissenwehrer
Für jemanden aus dem Wirkungsbereich der Theaterwissenschaft ist eine gewisse Unruhe charakteristisch, die sich aus dem Alles-ist-Theater ergibt. Beim Theater als Institution und seinen frei umtriebigen Varianten ist diese Rastlosigkeit noch durchaus nachvollziehbar, ja auch die ganze Lebensumwelt wird mit...
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Jetzt Lernplan erstellenFür jemanden aus dem Wirkungsbereich der Theaterwissenschaft ist eine gewisse Unruhe charakteristisch, die sich aus dem Alles-ist-Theater ergibt. Beim Theater als Institution und seinen frei umtriebigen Varianten ist diese Rastlosigkeit noch durchaus nachvollziehbar, ja auch die ganze Lebensumwelt wird mit Wir-spielen-alle-Theater überzeugend in Verbindung bebracht, aber der fachliche Instinkt schlägt auch dort an, wo Zeitgenossen nur ein einfaches Bild, eine bestimmte Handlung oder den unterhaltsamen Inhalt einer Dokumentation erkennen. Mit der Reihe: (phänomenaler) Leib – (kultivierter) Körper – (fiktive) Figur sowie Theorien zur Körper/Figurenkonzeption ausgestattet, wird für die Initiierten stets der theatrale Mehrwert deutlich, der in zahlreichen kulturellen Praktiken angelegt ist.
Unterschiedliche bzw. sich überschneidende Ebenen von Wirklichkeit und Fiktion – und ihrer besonderen zweckgebundenen Zeichenbildung – ermöglichen eine differenzierte Annäherung, mit Funktionsbestimmung und Interpretation, u.a. der Leichensynode betr. Papst Formosus (897), des -Hexenhammer- (bes. die Fallstudien des 3. Teiles), von Reliquien und anderen Memorabilia (u.a. die Haut von Marcantonio Bragadin), Passionsspielen des Mittelalters als soziale Übungen, Ritzen, Wax Works, Hinrichtungen (vgl. Richard von Dülmens -Theater des Schreckens-), Körperwelten – bis hin zu Beispielen für das King’s Two Bodies-Konzept: Skelett von Richard III, Hochzeiten von je Ludwig XIV und Leopold I, Schweizreise von Ludwig II, mit Josef Kainz.
Alle Teilnehmer/innen können schon vorab nach je drei Beispielen Ausschau halten, die in den Katalog der zu analysierenden Phänomene einfließen.
W3-Professur für Theaterwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Christopher Balme)
Leistungsnachweis MA Theaterwissenschaft (WP 5.1):
• Referat (ca. 20 Minuten) und Hausarbeit (50.000-60.000 Zeichen)
• oder: Referat (ca. 45 Minuten) und Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen)
9 ECTS, in Modul(prüfung) -Theoretische Diskurse des Theaters- mit Projektübung -Studien zu Theorien von Theater und Performance- (6 ECTS) insgesamt 15 ECTS
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Leistungsnachweis MA Profilbereich (WP TW 8.1):
• Referat (ca. 20 Minuten) und Hausarbeit (50.000-60.000 Zeichen)
• oder: Referat (ca. 45 Minuten) und Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen)
9 ECTS
LMU München
SoSe 2016
Prof.Dr.
Gissenwehrer Michael