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Uni-München
14. März 2017

Fortgeschrittenenseminar Das Problem der Wirklichkeit bei Kant und Schelling Blockseminar

Die Frage, ob und wie wir Wirklichkeit definieren können, wie sich Wirklichkeit und Existenz zueinander verhalten und welche Schwierigkeiten mit diesem Verhältnis verbunden sind, wollen wir im Seminar anhand der Diskussion einschlägiger Texte Kants und Schellings untersuchen. Bekanntlich hat Kant...

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Die Frage, ob und wie wir Wirklichkeit definieren können, wie sich Wirklichkeit und Existenz zueinander verhalten und welche Schwierigkeiten mit diesem Verhältnis verbunden sind, wollen wir im Seminar anhand der Diskussion einschlägiger Texte Kants und Schellings untersuchen. Bekanntlich hat Kant in seiner Kritik des ontologischen Gottesbeweises die These -Sein ist kein reales Prädikat- eingeführt, die er anschließend durch den berühmten Kontrast zwischen möglichen und wirklichen Talern erläutert. Wirklichkeit kann nie als inhaltliche Bestimmung eines Begriffs verstanden werden, sondern erfordert die Verknüpfung mit einer Wahrnehmung, durch welche der Gegenstand zum Begriff synthetisch hinzukommt. Dabei scheinen die entsprechenden Textpassagen der transzendentalen Dialektik in einer gewissen Spannung zu anderen Stellen der Kritik der reinen Vernunft zu stehen, in denen sich Kant mit den Modalitäten beschäftigt. Im Seminar wollen wir zunächst untersuchen, wie verschiedene Interpretationsansätze diese Spannung zu lösen versuchen. In einem zweiten Schritt werden wir die Kantkritik des späten Schelling im Hinblick auf den Wirklichkeitsbegriff diskutieren. Kant hat laut Schelling treffend hervorgehoben, dass Wirklichkeit kein begrifflicher Inhalt sein kann. Auch nach Schelling ist Wirklichkeit kein reales Prädikat. Wird sie jedoch bloβ durch ihren Wahrnehmungsbezug charakterisiert, bleibt sie unintelligibel. Für Schelling ist es dagegen möglich, gewisse Kriterien des Wirklichen (wie Individualität oder -Selbstsein-) aufzustellen, ohne Wirklichkeit zum realen Prädikat zu machen. Zudem ist er der Auffassung, Kant sei insofern nicht radikal genug gewesen, als er Existenz letztendlich durch die Verknüpfung des Begriffs des Gegenstandes mit dem Inhalt der gesamten Erfahrung denkt und damit Existenz und Wirklichkeit mit einer Totalität verbindet. Das Individuelle wird dabei der Verflechtung von begrifflichen Inhalten untergeordnet. Kant, Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes [1. und 2. Betrachtung] Kant, Kritik der reinen Vernunft [Postulate des empirischen Denkens; Ideal der reinen Vernunft] Schelling, Philosophische Einleitung in die Philosophie der Mythologie oder Darstellung der reinrationalen Philosophie [11.-17.; 23.-24. Vorlesungen] Schelling, Abhandlung über die Quelle der ewigen Wahrheiten Schelling, Einleitung in die Philosophie der Offenbarung oder Begründung der positiven Philosophie (-Berliner Einleitung-) Sekundärliteratur: Buchheim, Th., -Das Wirkliche und der Abschied vom Ganzen. Zu Schellings später philosophischerEinsicht-. Zeitschrift für philosophische Forschung, 48, 192-209, 1994. Cuffaro, M. E., -Kant and Frege on Existence and the Ontological Argument-, History of Philosophy Quarterly, 29, 337-354, 2012. Forgie, J. W. -Kant and Existence: Critique of Pure Reason A 600/B 628”. Kant-Studien, 99, 1-12, 2008. Rosefeldt, T., -Frege, Pünjer and Kant on Existence”. Grazer Philosophische Studien 82(1), 329–351, 2011. Vick, G. R., -Existence was a predicate for Kant”. Kant-Studien, 61, 357-370, 1970. Voraussetzungen Grundkenntnisse der kantischen Philosophie. Bereitschaft zur Übernahme eines Referats als Beitrag zu der Veranstaltung Leistungsnachweis Seminararbeit (ca. 15 Seiten) Anmeldung Bitte bis 26.5.15 unter mgarcia@filosoficas.unam.mx Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft Grundkenntnisse der kantischen Philosophie. Bereitschaft zur Übernahme eines Referats als Beitrag zu der Veranstaltung Seminararbeit (ca. 15 Seiten) LMU München SoSe 2015 Prof. Dr. Garcia Romero Marcela