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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar 8222 Und den Armen wird das Evangelium verkündet 8220 Lk 7,22 Die auf die Entwicklungszusammenarbeit bezogenen Positionen Prinzipien und Aussagen der christlichen Soziallehre

Die Frage, was die Gerechtigkeit jeweils in konkreten Notlagen und problematischen Situationen fordert, ist die leitende Frage christlicher Soziallehre. Sie fragt nach der Notwendigkeit, falsche, sündhafte Strukturen zu ändern, bessere Institutionen und Ordnungen durchzusetzen; sie sucht nach den bestmöglichen Lösungen...

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Die Frage, was die Gerechtigkeit jeweils in konkreten Notlagen und problematischen Situationen fordert, ist die leitende Frage christlicher Soziallehre. Sie fragt nach der Notwendigkeit, falsche, sündhafte Strukturen zu ändern, bessere Institutionen und Ordnungen durchzusetzen; sie sucht nach den bestmöglichen Lösungen in den sozialen Konflikten und in politischen Auseinandersetzungen. Aus dieser Erkenntnis resultiert die Notwendigkeit einer spezifischen christlichen Soziallehre neben der Moraltheologie, die sich mehr individualethischen Fragen widmet. Das Formalobjekt der christlichen Soziallehre als Wissenschaft ist die Leitfrage nach einer gerechten Ordnung aller sozialen Beziehungen und Gebilde von der Familie bis zum Staat und zur weltweiten Staatengemeinschaft gemäß der vom christlichen Glauben erleuchteten Vernunft. Entwicklungszusammenarbeit, auch Entwicklungshilfe genannt, ist das gemeinsame Bemühen von Industrieländern und Entwicklungsländern, weltweite Unterschiede in der sozioökonomischen Entwicklung und in den allgemeinen Lebensbedingungen dauerhaft und nachhaltig abzubauen. Den christlichen Kirchen kommt in der Entwicklungszusammenarbeit eine wichtige Rolle zu. Überall auf der Welt leisten Fachleute im Auftrag der jeweiligen Ortskirche kompetente Sozial- und Entwicklungsarbeit, die allen Menschen zugutekommt. In der Entwicklungshilfe, der Caritas und der Not- oder Katastrophenhilfe bewährt sich das weltumspannende Hilfsnetz der Kirchen immer wieder aufs Neue. Die Erfahrung der Kirchen mit den lokalen Gegebenheiten, ihre Nähe zu den von Armut und Not betroffenen Menschen, spiegelt sich in den Prinzipien der christlichen Soziallehre als Wissenschaft wider. Die Achtung der unveräußerlichen Würde eines jeden Menschen; die Achtung des Gemeinwohls, die Würdigung der Gemeinwesen als Akteure ihrer eigenen Entwicklung sowie die vorrangige Option für die Armen sind hier beispielhaft als Stichworte zu nennen. Das Seminar will in die auf die Entwicklungshilfe bezogenen Aussagen der neueren christlichen Soziallehre einführen. Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt werden. Bemerkung Für alle Semester und Schulrichtungen. alte MPO: L2/M26; L3/M37 (2. Teil: christliche Gesellschaftslehre), L3/M38 (christliche Gesellschaftslehre); L4/M37 (2. Teil: christliche Gesellschaftslehre) neue MPO: Modul 8 (L1-L4) → Aufbau I: Einführung in die Sozialethik; Modul 9 (L2-L4) → Aufbau II: Einführung in die Sozialethik FB 02 Institut für Katholische Theologie Uni Kassel SoSe 2012 Kat. Religion NF Katholische Religion L1 Prof. Dr. Dr. Lohner Alexander