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Uni-Siegen
14. März 2017

Geld

Geld Geld soll uns als Leitfaden dienen, um einige Sachverhalte und Thesen zum Verhältnis von Kunst und Geld vorzustellen und zu überprüfen. - die Verbindung von Geld und Bild/Abbildung, das Verhältnis von Gebrauchs- und Eigenwert Ein Blick auf die Numismatik...

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Geld Geld soll uns als Leitfaden dienen, um einige Sachverhalte und Thesen zum Verhältnis von Kunst und Geld vorzustellen und zu überprüfen. - die Verbindung von Geld und Bild/Abbildung, das Verhältnis von Gebrauchs- und Eigenwert Ein Blick auf die Numismatik und auf die Geschichte der Banknoten kann die enge Zusammengehörigkeit von Bild/Abbildung, materiellem Träger, technischen Möglichkeiten im Dienst praktischer und ideeller Funktionalität vor Augen führen. Das komplexe Wechselverhältnis von Gebrauchs- und Eigenwert von Geld und Kunst soll beleuchtet werden (Warhols Dollarnoten). -die ökonomischen Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen auf Kunst und Künstler Die Medici sind für die Verzahnung von Geldwesen und Kunstförderung in der italienischen Renaissance sicher das beste Beispiel, aber auch andere Formen von Mäzenatentum sollen zur Sprache kommen (die Kunstpolitik der Zisterzienser, Albrecht Dürer als Unternehmer, Formen staatlicher Kunstförderung usw.). Ein weiterer Fokus liegt auf dem Wandel der Repräsentationsfunktion von Kunst (und insbesondere auf der Frage, ob Kunst heute noch Statussymbol ist oder sein kann). -Geld als Bildsujet Wir wollen die Geschichte von Geld als Bildsujet, von der Emanzipation aus mythologischen und biblischen Kontexten, über die Entstehung neuer Sujets (am bekanntesten: Quinten Massys` Der Bankier und seine Frau) bis hin zu Reflexionsfiguren zum Verhältnis von Geld und Kunst etwa bei Kienholz, Manzoni, Beuys, Broodthaers usw. verfolgen. -die These von der -Komplementärgestalt- von Kunst und Geld Kunst und Geld haben keinen unmittelbaren Gebrauchswert, sie gehören der Sphäre des Überflüssigen an. Kunst und Geld sind einer Ökonomie der Knappheit verpflichtet, sie stehen unter Legitimierungsdruck und leben von Glauben und Vertrauen. Doch während Geld inhaltlich leer und virtuell ist, ist Kunst überdeterminiert und körperhaft bzw. materiell zurückgebunden. So entsteht eine spezielle Anziehungskraft zwischen Geld und Kunst und Kunst stellt eine privilegierte Form von Wertspeicher dar. Viele Künstler haben Aspekte dieser -Komplementärgestalt- von Kunst und Geld reflektiert, oft als Kapitalismuskritik und im Rahmen sozialer Utopien, auch unter dem Aspekt der -Entstofflichung-, insgesamt aber mit Insistenz auf die Unterschiede und den Eigenwert von Kunst . Kunstgeschichte Universität Siegen SoSe 2014 Priv.-Doz. Dr. Quast Antje Priv Doz