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14. März 2017Geld und Herrschaft im Reich der Ottonen und Salier
Zu Beginn des 10. Jahrhunderts scheint es östlich des Rheins gar kein Geld gegeben zu haben. Zumindest gibt es im karolingischen und früh-ottonischen Sachsen keine Prägeorte. Vielfach wird angenommen, daß anstelle von Geldwirtschaft es dort eine reine Naturalwirtschaft gegeben habe....
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Jetzt Lernplan erstellenZu Beginn des 10. Jahrhunderts scheint es östlich des Rheins gar kein Geld gegeben zu haben. Zumindest gibt es im karolingischen und früh-ottonischen Sachsen keine Prägeorte. Vielfach wird angenommen, daß anstelle von Geldwirtschaft es dort eine reine Naturalwirtschaft gegeben habe. Seit der Mitte des 10. Jahrhunderts wurde diese Region -monetarisiert-. Zahlreiche Prägeorte entstanden bzw. wurden von den Ottonen eingerichtet bzw. priveligiert.
Das meiste Geld, daß im Reich der Ottonen und dann im Reich der Salier in Form von Münzen produziert wurde, scheint aber in den Osten und vor allem in den Norden abgeflossen zu sein. Jedenfalls sind Unmengen von Denaren in Skandinavien und Polen gefunden worden, verhältnismäßig wenig Fundmünzen dagegen im römische-deutschen Reich selbst. Das führt zu der Annahme der sogenannten -Fernhandelsdenare-. Eine gesicherte Erklärung für dieses Phänomen gibt es bis heute nicht.
Es ist aber zu beobachten, daß die Münzprägung neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für Münzherrn und Prägegort (Münzstand) besonders politisch von einiger Bedeutung gewesen ist, was die zahlreichen überlieferten bzw. erhaltenen Urkunden belegen, in denen das Recht der Münzprägung verliehen wird.
Von besonderem Interesse sind außerdem die Münzen selbst, die zu einem großen Teil erkennen lassen, an welchem Ort sie geschlagen wurden.
Die Veranstaltung hat die Aufgabe, dem Zusammenhang zwischen dem geprägten Geld bzw. dem Prägerecht und den Bedingungen hochmittelalterlicher Herrschaft nachzugehen.
Kilger, Christoph: Pfennigmärkte und Währungslandschaften. Monetarisierungen im sächsisch-slawischen Grenzland ca. 965-1120 (Commentationes de nummis saeculorum IX-XI in Suecia repertis ; N.S., 15), Stockholm 2000.
Kluge, Bernd (Hg.): Fernhandel und Geldwirtschaft. Beiträge zum deutschen Münzwesen in sächsischer und salischer Zeit. Ergebnisse des Dannenberg-Kolloquiums 1990, Sigmaringen 1993 (Berliner Numismatische Forschungen 1)
Steuer, Heiko: Münzprägung, Silberströme und Bergbau um das Jahr 1000 in Europa – wirtschaftlicher Aufbruch und technische Innovation, in: Hubel, Achim; Schneidmüller, Bernd (Hgg.): Aufbruch ins zweite Jahrtausend. Innovation und Kontinuität in der Mitte des Mittelalters, Ostfildern 2004, S. 117-149
Geschichte - Alte Geschichte
Universität Siegen
WiSe 2011/12
Dr.
Strothmann Jürgen