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Uni-Siegen
14. März 2017

Geschichten der Kunst II Kunstgeschichte im Fernsehformat

Wir wollen uns im Seminar mit einem weiteren Meilenstein kunst- bzw. kulturgeschichtlicher Erzählungen auseinandersetzen: mit Kenneth Clarks Fernsehserie Civilisation. A Personal View. Kenneth Clark (1903-1983), britischer Kunsthistoriker, Kurator des Ashmolean Museums und Direktor der National Gallery London, Kunstsammler, Slade Professor...

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Wir wollen uns im Seminar mit einem weiteren Meilenstein kunst- bzw. kulturgeschichtlicher Erzählungen auseinandersetzen: mit Kenneth Clarks Fernsehserie Civilisation. A Personal View. Kenneth Clark (1903-1983), britischer Kunsthistoriker, Kurator des Ashmolean Museums und Direktor der National Gallery London, Kunstsammler, Slade Professor of Fine Art, Mäzen und Pionier des öffentlich-rechtlichen Kulturfernsehens verfasste für die BBC eine kunst- bzw. kulturhistorische Erzählung, die 1969 als 13-teilige Fernsehserie produziert und mit überwältigendem Publikumserfolg (1977 auch in Deutschland) ausgestrahlt wurde. Gleicher Erfolg war auch dem Buch zur Serie beschieden. Civilisation ist der bekannteste, aber nicht der einzige Beitrag Clarks zur Gestaltung des Bildungsauftrags öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Bereits 1958-59 verfasste er das Script zu einer Serie mit dem Titel Is Art Necessary? (Einzelfolgen tragen Titel wie: Can Art Be Democratic? What Is Good Taste?) und bis in die 1970er Jahre hinein verfasste und moderierte Clark vor allem Miniserien, etwa Romantic Versus Classical Art (1973) oder Rembrandt (1976). Civilisation. A Personal View erzählt die Geschichte der Kunst und Kultur Westeuropas vom frühen Mittelalter bis zur Entstehung der sog. abstrakten Kunst. Clark, der als Begründer des -arts television- gilt, will, -Hochkultur- (und ausdrücklich auch -westliche Werte-) einem möglichst breiten Publikum nah bringen. In jeder Folge ist er vor der Kamera präsent. Er erzählt seine Geschichte überwiegend vor ausgewählten Monumenten und zentriert auf kulturelle ‚Helden‘. Bestand und visueller Befund der künstlerischen Arbeit sind stets Ausgangspunkt seiner Ausführungen, die unter Nutzung der visuellen und akustischen Möglichkeiten des Fernsehfilms zum -Gesamtkunstwerk- (Clark) zusammengestellt werden. Den Anspruch, einem breiten Laienpublikum über das Fernsehen Kunst- und Kulturgeschichte zu vermitteln, fasst Clark von Anfang an in den Horizont einer gemeinsamen Reise, als Selbst- und als Zuschauerbefragung, mit gewissermaßen offenem Ausgang. In der ersten Folge der Serie räumt Clark ein, dass er gar nicht genau wisse, was -civilisation- eigentlich bedeute. Und die Ergebnisse seines Lernprozesses in Hinsicht auf die Zuschauererwartungen fasst Clark in der Einsicht zusammen, dass die Zuschauer vom Kulturfernsehen Informationen statt Ideen verlangten. Im Seminar wollen wir die Voraussetzungen und Implikationen der kunst- bzw. kulturhistorischen Erzählungen Clarks (etwa -civilisation- und ‚Kultur‘/‚Hochkultur‘, Kunstgeschichte als ‚Heldengeschichte‘, Kunst/Kultur(geschichte) und der Bildungsauftrag öffentlich-rechtlichen Fernsehens, aber auch Clarks Rekurs auf Ruskin und Carlyle usw.) und des inzwischen selbst schon historischen Mediums des Kulturfernsehens herausarbeiten und überlegen, ob und was wir daraus für zeitgenössische und neue mediale kunst- bzw. kulturgeschichtliche Darstellungen lernen können und wollen. Filme/Literatur zur Einführung: Kenneth Clark,Civilisation. A Personal View,Autor und Moderator: Kenneth Clark, Produzenten Michael Gill, Peter Montagnon, für BBC-2, 13 Folgen, Erstausstrahlung 23.2. - 18.5. 1969 (alle 13 Folgen auf youtube; weitere Filme von K.C. in den Sitzungen) Kenneth Clark,Civilisation: A Personal View, New York 1969 Kenneth Clark,The Other Half: A Self-Portrait,London 1977 A Guide to Civilisation: The Kenneth Clark Films on the Cultural Life of Western Men,Einführung von Richard McLanathan, Time Life, New York 1970 M. Secrest,Kenneth Clark: A Biography,London 1984 Clark’sCivilisation in Retrospect, Art Monthly, London Dezember - Januar 1988/89 Chris Stephens,Kenneth Clark. Looking for Civilisation, Ausstellungskatalog The Tate Gallery, London 2014 Kunst Die Teilnahme an der Einführungsveranstaltung ist Voraussetzung für die weitere Teilnahme an dem Blockseminar!!! Referat und Diskussion Universität Siegen 20152 WiSe 2015/16 Priv.-Doz. Dr. Quast Antje Priv Doz