Uni-Hannover
14. März 2017Ghetto Litzmannstadt Erinnerungsort in der Stadt Lodz
In der Stadt Lodz/ Litzmannstadt befand sich das zweitgrößte Ghetto im von Deutschland während des Zweiten Weltkriegs besetzten Polen. Mehr als 200.000 Juden lebten hier zumindest vorrübergehend. Ihr Leben war geprägt von Gewalt, räumlicher Enge, Mangel, Zwangsarbeit und Deportation. Im...
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Jetzt Lernplan erstellenIn der Stadt Lodz/ Litzmannstadt befand sich das zweitgrößte Ghetto im von Deutschland während des Zweiten Weltkriegs besetzten Polen. Mehr als 200.000 Juden lebten hier zumindest vorrübergehend. Ihr Leben war geprägt von Gewalt, räumlicher Enge, Mangel, Zwangsarbeit und Deportation. Im August 1944 räumten die Nationalsozialisten das Ghetto. Die meisten Menschen wurden in Vernichtungslagern ermordet. Nur knapp 900 ehemalige Ghettobewohner überlebten auf dem Ghettogelände. Welche Erinnerungen blieben an die Zeit der deutschen Besatzung in Lodz, an das Ghetto und seine BewohnerInnen?
Während der einwöchigen Exkursion nach Lodz erstellen und dokumentieren wir gemeinsam mit Germanistik-Studierenden der Universität Lodz eine historische Führung über das Gelände des ehemaligen Ghettogebietes. Hierbei setzen wir uns mit den Konsequenzen der NS-Gewaltpolitik in Litzmannstadt und insbesondere für die Ghetto-Insassen auseinander, mit Strategien des Überlebens und der Selbstbehauptung, sowie der Verflechtung von Ghetto und Stadt. Ebenso reflektieren wir deutsch-polnische Erinnerungsnarrative. Vertieft wird dies durch Veranstaltungen im Dialogzentrum im Marek Edelmannzentrum und im Center for Jewish Research der Universität Lodz sowie durch ein Treffen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde der Stadt Lodz. Im anschließenden Sommersemester 2016 erstellen wir im Rahmen eines Praxisseminars eine Dokumentation unserer Exkursion und machen diese einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich, z.B. in Form eines Readers, einer Pressemappe, eines Dokumentarfilms, eines virtuellen Rundgangs oder einer szenischen Lesung.
Feuchert, Sascha/ Leibfried, Erwin/ Riecke, Jörg (Hg.): Die Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstadt. Supplemente und Anhang, (Schriftenreihe zur Lódzer Getto-Chronik), Wallstein, Göttingen, 2007.Feuchert, Sascha/ Leibfried, Erwin/ Riecke, Jörg (Hg.): Die Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstadt, 4 Bände, (Schriftenreihe zur Lódzer Getto-Chronik), Wallstein, Göttingen, 2007.Horwitz, Gordon J.: Ghettostadt: Lodz and the Making of Nazi City. Belknap Press, Cambridge, 2008.Klein, Peter: Die -Ghettoverwaltung Litzmannstadt- 1940 bis 1944. Eine Dienststelle im Spannungsfeld von Kommunalbürokratie und staatlicher Verfolgungspolitik. Hamburger Edition, Hamburg, 2009.Löw, Andrea: Juden im Ghetto Litzmannstadt. Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten, (Schriftenreihe zur Lodzer Getto-Chronik), Wallstein, Göttingen, 2006.Löw, Andrea: Das Getto Litzmannstadt. Geschichte, Erinnerung und Forschung. In: Genger, Angela/ Jakobs, Hildegard (Hg.): Düsseldorf/ Getto Litzmannstadt 194, (Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf), Klartext, Essen, 2010, S. 47-58. Podolska, Joanna: Traces of the Litzmannstadt Getto. A Guide to the Past, Piatek Trzynastego, Lódz, 2004.
Rauh, Cornelia, Prof. Dr.
Studierende, die mit der Exkursion das Studium des Praxismoduls oder des Projektmoduls verbinden wollen, müssen im SoSe 2016 die Fortsetzung des Seminars belegen, in dem die Ergebnisse für eine öffentliche Präsentation aufbereitet werden.
Die Exkursion ist kostenpflichtig. Die Höhe Ihres Beitrags wird in der Vorbereitungsveranstaltung mitgeteilt. Deren Besuch ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion. Die Teilnehmerzahl ist auf max. 20 begrenzt.
Da die Anzahl der Teilnehmer beschränkt ist, erfolgt die Verteilung der Plätze am 01.10.15 durch Auslosung
Universität Hannover
WiSe 2015/16
Geschichte, Master LA Gymnasium
Dr. phil
Lisner Wiebke phil