Uni-Siegen
14. März 2017Theorie und Praxis der Filmsynchronisation Untertitelung und Comic Übersetzung
In der Stummfilmzeit war es vergleichsweise einfach, die sog. Zwischentitel zu übersetzen, die zwischen den einzelnen Szenen als Hilfe für die Zuschauer erschienen, damit sie bestimmte Situationen oder Inhalte des Films besser verfolgen konnten. In der Übergangsphase vom Stummfilm zum...
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Jetzt Lernplan erstellenIn der Stummfilmzeit war es vergleichsweise einfach, die sog. Zwischentitel zu übersetzen, die zwischen den einzelnen Szenen als Hilfe für die Zuschauer erschienen, damit sie bestimmte Situationen oder Inhalte des Films besser verfolgen konnten. In der Übergangsphase vom Stummfilm zum Tonfilm mussten verschiedene Methoden ausprobiert werden, um das Sprachproblem zu beheben, das entstand, als fremdsprachige Filme -zu reden begannen-. In einigen Ländern, wie z.B. Deutschland, setzte sich die Synchronisation, in anderen die Untertitelung durch. Dies hat Gründe, die wir analysieren werden. Doch in unserer hoch mediatisierten Welt denken wir nicht mehr darüber nach, wie das alles anfing. Deshalb unternehmen wir in unserem Kurs eine Zeitreise, die Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt und uns bis zur Gegenwart zurückbringt. Dabei werden wir u.a ergründen, warum sich der Tonfilm trotz bereits Anfang des 20. Jahrhunderts existierender Technik so spät etablierte, welche Techniken in Anlehnung an die Aufführungstechnik der Stummfilmzeit in der Tonfilmzeit benutzt wurden und warum (z.B. Aufführung im Original mit Zwischentiteln in landessprachlicher Übersetzung und stumme Aufführung mit landessprachlichen Zwischentiteln), welche Techniken als Vorgänger der Synchronisation und Untertitelung gelten (z.B. polyglotte Tonfilme und Mehrsprachenversionen). Unser Augenmerk wird sich ebenfalls auf die verschiedenen Arbeitsmittel und Arbeitsabläufe richten, die beim Übersetzen audiovisueller Medien in Deutschland und in anderen Ländern die alltägliche Praxis bestimmen. Aus der Sicht der angewandten Sprachwissenschaft und der Übersetzungswissenschaft werden wir uns mit den polemischen Fragen beschäftigen, ob es sich bei der Synchronisation und Untertitelung um eine Übersetzungs- oder Bearbeitungsform handelt, wie man Dialekt im Film übersetzt und wie man in einem Land nicht nur für den eigenen Binnenmarkt, sondern vom eigenen Land aus für einen ganzen Kontinent übersetzt (Hispanoamerika als exemplarischer Fall). Es werden Beispiele aus der heutigen Praxis gezeigt und Originalversionen mit ihren Übersetzungen vergliechen. Der Kurs ist als Überblick, als erster Kontakt mit der Synchronisation und Untertitelung für Studierende gedacht, die sich später bei der Abschlussarbeit mit diesem Thema auseinandersetzen möchten oder auch für diejenigen konzipiert, die sich in Zukunft vorstellen könnten, für die Film- und/oder Fernsehindustrie als Übersetzer tätig zu werden.
Eine Exkursion ins ZDF ebenso wie ein Live-Untertitelungsworkshop sind vorgesehen.
Romanistik - Sprachpraxis
Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Da Fachliteratur auf Englisch, Spanisch und Französisch bereitgestellt wird, sind gute Kenntnisse von mindestens einer dieser Fremdsprachen von Vorteil.
Ende August wird hier eine Liste mit Themen für Referate, eine Literaturliste und das Moodle-Passwort zur Verfügung gestellt.
Die regelmäßige und aktive Teilnahme am Kurs wird vorausgesetzt. 2 KP erlangt man mit einem Kurzreferat mit Thesenpapier, 5 KP mit Referat plus schriftlicher Ausarbeitung oder Klausur und 7 KP mit Kurzreferat und Hausarbeit.
Universität Siegen
WiSe 2011/12
Dr.
Cedeno Maribel