Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Hannover
14. März 2017

Goethe und die Romantik

1774 feierte der junge Goethe, noch ganz verhaftet im Sturm und Drang, mit seinem Werther den zweiten großen Erfolg. Bereits sein Götz stieß auf bemerkenswerte Beachtung, der Werther allerdings war sein Durchbruch. Das Buch erschien kurz bevor diejenigen das Licht...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
1774 feierte der junge Goethe, noch ganz verhaftet im Sturm und Drang, mit seinem Werther den zweiten großen Erfolg. Bereits sein Götz stieß auf bemerkenswerte Beachtung, der Werther allerdings war sein Durchbruch. Das Buch erschien kurz bevor diejenigen das Licht der Welt erblickten, die als Teil der kommenden Generation produktiv für Furore sorgen sollten: die Vertreter der Romantik. Ich denke an Arnim (Jg. 1781), Brentano (Jg. 1778), Friedrich (Jg. 1774), Runge (Jg. 1777), Novalis (Jg. 1772), Tieck (Jg. 1773) usw. usw. Diese Generation verehrte Goethe zutiefst (unübertroffen hierbei wohl Bettina von Arnim, Jg. 1785) und suchte seine Anerkennung. Wenige von ihnen erhielten sie. Goethes Adlatus Eckerman tradierte in seinen notierten Gesprächen mit dem damals schon lebenden Denkmal die vielzitierte Aussage: -Das Klassische nenne ich das Gesunde, und das Romantische das Kranke. Und da sind die Nibelungen klassisch wie der Homer, denn beide sind gesund und tüchtig. Das meiste Neuere ist nicht romantisch, weil es neu, sondern weil es schwach, kränklich und krank ist, und das Alte ist nicht klassisch, weil es alt, sondern weil es stark, frisch, froh und gesund ist.- (2.4.1829) Dieses Diktum erfuhr langen Nachhall. Obwohl es keineswegs belegt ist, wurde es aber in der Rezeptionsgeschichte oft absolut genommen. Goethe war ambivalent in seinem Wesen, wie in seinem Urteil. Dies gilt ebenfalls für die Romantik, die es als geschlossene Stilrichtung nicht gegeben hat. Das Seminar versucht beschränkend einerseits auf die deutsche Romantik und ihre Vertreter in ihrem wechselseitigen Verhältnis zu Goethe einzugehen, will aber zugleich auch kurz skizzieren, inwiefern die Romantik Spuren in Goethes Werk, vornehmlich dem Spätwerk hinterlassen hat (West-östlicher Diwan, Faust II, Die Wahlverwandtschaften, Wilhelm Meisters Wanderjahre). Es behält dabei aber in aller Bescheidenheit Tucholsky im Blick: -Es gibt keinen Neuschnee- – schon gar nicht bei Goethe. Rüdiger Safranski: Goethe. Kunstwerk eines Lebens. München 2013. Ders.: Romantik. Eine deutsche Affäre. München 2007. Ludwig Fertig: Goethe und seine Zeitgenossen. Frankfurt a.M. 1999. Gasthörendenstudium Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen sind ab Dienstag, den 29.09.2015, 09:00 Uhr möglich: E-Mail: ghs-info@zew.uni-hannover.de oder Tel. (0511) 762-5687 Universität Hannover WiSe 2015/16 M.A. Nusche Peter M.A