Uni-Siegen
14. März 2017Goethe Wilhelm Meister Roman und Theater
Es ist keine Anmeldung per LSF möglich. Aufgrund notwendiger spezifischer Vorkenntnisse und begrenzter Arbeitsplätze muss die Anmeldung unbedingt bis Ende März per Email erfolgen. Um schnell zu den interessanten Fragen zu gelangen, erheben wir Textkenntnis zur Vorbedingung. Um über die...
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Um schnell zu den interessanten Fragen zu gelangen, erheben wir Textkenntnis zur Vorbedingung. Um über die Teilnahme nicht rein formal zu befinden (LSF), setzte ich also die Lektüre des Romans voraus. Am Anfang des Seminars wird eine Lektüretest stehen. Bitte melden Sie sich für diesen Test bis Ende März an bei meiner SHK, Frau Helena Hartmann, helena.hartmann@student.uni-siegen.de.
Theater? Schauspieler? Das sei doch langweilig. Einer der Leser des ersten Teilbandes von Goethes gerade erschienenem, neusten Roman -Wilhelm Meisters Lehrjahre- (1795), Christian Garve, erklärt in einem Brief seine Verwunderung darüber, warum der berühmte Autor ein derart abgeschmacktes Thema wie die -Schauspieler-Welt- habe wählen können. All das sei doch schon so oft für eine -romanhafte Geschichte- genutzt worden, dass es langweilig sei. Es ist, als habe Goethe es selbst gewusst, als er Wilhelms Geliebte, der er seine Sozialisationsgeschichte als Intendant eines Marionettentheaters erzählt, darüber eingeschlafen lässt.
Goethe hat allerdings einen längeren Atem als Garve, und wenn man einige Hundert Seiten liest, weiß man, dass der Protagonist sich vom Theater abwenden und sich nicht erst in den -Wanderjahren- anderen Themen zuwenden wird. Dennoch prägt das Motiv die -Lehrjahre- und findet auch interessiertere Rezipienten als Garve und Mariane. Die Lektüre von Jürgen Habermas ist berühmt geworden. Im -Wilhelm Meister- findet er ein Exempel des von ihm analysierten -Strukturwandels der Öffentlichkeit-, nämlich das Ende der adeligen Welt öffentlicher Repräsentation, in der die großen Herren gleichsam auftreten, und der Beginn einer bürgerlichen Öffentlichkeit, die im Publikum eine zentrale kritische Instanz findet. Wilhelm, der nicht wie ein Edelmann durch die Darstellung seiner Person alles geben und sein kann, findet in der Bühne einen Ersatz für die repräsentative Gesellschaft des Adels. -Auf den Brettern-, meint Wilhelm, erscheine der -gebildete Mensch so gut persönlich in seinem Glanz, als in den oberen Klassen- der Adel. Die gesellschaftliche Entwicklung, die politische Emanzipation, die Erscheinungs- und Wirkungsmöglichkeiten einer Person im Umfeld seiner Schicht - all dies wird laut Habermas an die Thematik des Theaters gekoppelt.
Dies erscheint alles andere als langweilig - und stellt die Frage, ob sich Goethes Erkundung der Welt, des Lebens, der Öffentlichkeit als Theater, nicht auch heute stellen - und inszenieren lässt. Eine postdramatische Inszenierung der -Lehrjahre- bereitet Ulrich Rasche für die renommierte Spielstätte des Schauspiels Frankfurt: das Bockenheimer Depot vor. Ziel des Seminars ist es, den Text zumal auf die Funktionen der Theatersemantik hin zu erschließen und dann die Möglichkeiten einer Aufführung zu erkunden. Literaturwissenschaftliche und dramaturgische Fragen werden sich ergänzen. Daher findet eine Exkursion nach Frankfurt statt, um mit dem Regisseur, seinen Dramaturgen und Schauspielern die Inszenierung zu diskutieren.
Es ist keine Anmeldung per LSF möglich. Aufgrund notwendiger spezifischer Vorkenntnisse und begrenzter Arbeitsplätze muss die Anmeldung unbedingt bis Ende März per Email erfolgen.
Um schnell zu den interessanten Fragen zu gelangen, erheben wir Textkenntnis zur Vorbedingung. Um über die Teilnahme nicht rein formal zu befinden (LSF), setzte ich also die Lektüre des Romans voraus. Am Anfang des Seminars wird eine Lektüretest stehen. Bitte melden Sie sich für diesen Test bis Ende März an bei meiner SHK, Frau Helena Hartmann, helena.hartmann@student.uni-siegen.de.
Germanistik - Neuere deutsche Literaturwissenschaft I
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SoSe 2010
Univ.-Prof. Dr.
Werber Niels