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14. März 2017Grundfragen der Philosophischen Anthropologie
Grundfragen der Philosophischen Anthropologie Immer wieder gibt es Situationen, in denen man sich staunend fragt: Wer bin ich eigentlich? Oder in denen man mit Erschrecken feststellt: Was bist du doch für ein Mensch! Daher nimmt es nicht wunder, wenn die...
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Immer wieder gibt es Situationen, in denen man sich staunend fragt: Wer bin ich eigentlich? Oder in denen man mit Erschrecken feststellt: Was bist du doch für ein Mensch! Daher nimmt es nicht wunder, wenn die Menschen die Frage nach sich selbst immer schon besonders interessiert, beunruhigt und herausgefordert hat. Immer wieder stellt sich somit die Frage: Was ist der Mensch?
Immanuel Kant war der Ansicht, die wirklich letzten Fragen des Menschen seien die folgenden vier: 1. Was kann ich wissen? 2. Was soll ich tun? 3. Was darf ich hoffen? 4. Was ist der Mensch? Die erste Frage beantwortet die Metaphysik (theoretische Philosophie), die zweite die Moral, die dritte die Religion und die vierte die Anthropologie. Im Grunde aber, meinte Kant, könnte man all dies zur Anthropologie rechnen, weil sich die drei ersten Fragen auf die letzte beziehen. Diese zentrale Stellung, die damit der Anthropologie eingeräumt wird, ist bei Kant ein Reflex des Tatbestands, daß sich den Mensch in der Neuzeit zunehmend als Mittelpunkt alles Seienden zu begreifen beginnt. Und nicht ohne Grund taucht der Begriff -Anthropologie- zuerst zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf. Damit ist jedoch nicht gesagt, daß es vorher keine Versuche gegeben hätte, Antworten auf die Frage: Was ist der Mensch? zu finden.
Daher werden wir sehen, daß und wie sich bereits in der Antike dieses Problem stellt und welche anthropologischen Konzeptionen in der Folgezeit entwickelt worden sind. Dabei werde ich vor allem auf die antiken Sophisten, Sokrates, Platon, Aristoteles, Augustinus, Pico della Mirandola, Kant und Herder eingehen.
Anschließend beschäftigen wir uns mit der Philosophischen Anthropologie des 20. Jahrhunderts. Hierbei möchte ich insbesondere die Positionen von Max Scheler, Helmuth Plessner und Arnold Gehlen vorstellen. Aber auch Ansätze, die die Frage, was der Mensch ist, aus der Perspektive der Verhaltenstechnologie und der Computerwissenschaft (Künstliche-Intelligenz-Forschung) zu beantworten versuchen, werden zur Sprache kommen.
Als Arbeitsgrundlage wird ein Reader mit entsprechenden Texten zusammengestellt.
Als Arbeitsgrundlage wird ein Reader mit entsprechenden Texten zusammengestellt.
Philosophie, LA Gymnasium / Gesamt, PO 2004
Beachten Sie, dass Sie diesen Kurs nach den Prüfungsordnungen ab 2011 nicht besuchen dürfen, wenn Sie die für dieses Modulelement laut den Fachspezifischen Bestimmungen und dem Modulhandbuch die notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen.
Universität Siegen
WiSe 2015/16
Philosophie - Praktische Philosophie
Hon.-Prof. Dr.
Decher Friedhelm Hon